130920Bombe1Wilhelmsburg – Großeinsatz rund um die Eckermannstraße. Bereits am Donnerstag war dort eine 1000 Pfund schwere amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg

entdeckt worden. Das Problem: Der Blindgänger steckte über vier Meter tief in der Erde. Kampfmittelräumer hatten einen Schacht gegraben, um an den Blindgänger zu kommen. An den konnten nur Taucher ran. Die Bombe lag unter dem Grundwasserspiegel.
Am Freitag begann die Polizei mit einem Großaufgebot die Umgebung des Fundortes zu räumen. „Es wurde ein Evakuierungsradius 130920Bombe2von 300 Metern festgelegt“, so Martin Schneider von der Feuerwehr. In dem Gebiet sind 4800 Menschen gemeldet. Sie durften nicht in ihren Wohnungen bleiben.

 Die Evakuierung selbst lief gut. An der Dratelnstraße richteten die Einsatzkräfte eine Notunterkunft ein. Über 200 Menschen kamen dort unter.
In einem Radius von 1000 Metern war Fahrzeug- und Fußgängerverkehr verboten. Polizisten sperrten die Straßen ab. Die Wilhelmsburger Reichsstraße, die eigentlich gerade noch in diesem Bereich liegt, wurde nicht gesperrt.

Etwas früher, als zunächst angesetzt, konnte Sprengmeister Hermann Borelli mit der Entschärfung der Minenbombe beginnen. Sie war mit zwei Aufschlagzündern bestückt. Den Heckzünder entfernten die Sprengmeister selbst per Hand. „Der Kopfzünder war stark deformiert“, so Borelli. Um ihn aus der Bombe zu bekommen, setzen die Experten ein Wasserschneidegerät ein, dass mit Hochdruck arbeitet und mit einem messerscharfen Wasserstrahl den Zünder aus dem Stahl schneidet.
Was sicherlich einigen Eltern aus der Gegend einen Schauer über den Rücken jagt: Die Bombe lag unter einem Spielplatz, nur wenige Meter neben einem Spielgerät.

Im Juni 2011 war in der Nähe am Rotenhäuser Damm eine 500 Pfund schwere Minenbombe entdeckt worden, die unter ähnlichen Umständen entschärft werden musste. zv

Artikel vom Juni 2011