130916BlitzerHarburg – Jetzt kommen die Super-Blitzer. Bereits Ende des Monats wird eine neue stationäre Anlage zur Tempoüberwachung an der Cuxe aufgestellt. Es wird eine Blitzsäule, wie

sie am Cranzer Elbdeich steht. Der Grund: Die fest installierten Radarfallen im Bereich Harburg sind in die Jahre gekommen.

Zumindest die drei alten Anlagen an der Cuxhavener Straße , der Stader Straße und Winsener Straße sind so durch, dass sie zusammen an fast 1000 Tagen im vergangenen Jahr ausgefallen waren.

Das ist durch eine kleine Anfrage des Bürgerschaftsabgeordneten André Trepoll herausgekommen. Danach war die Anlage an der Cuxe an 302, die Stader Straße 263 Tage und an der Winsener Straße gleich komplett das gesamte Jahr nicht einsatzbereit. Der Grund: Die Auslösetechnik in der Fahrbahn ist durch. Wird sie erneuert, dauert das nicht nur lange. Nach der Fertigstellung muss auch noch das Eichamt ran, erst dann darf der Blitzer wieder in Betrieb gehen.

Anders sieht es beim Blitzer am Cranzer Hauptdeich aus. Dabei handelt es sich um eine Gerät der neusten Generation, das nicht über Kontaktschleifen in der Fahrbahn die Geschwindigkeit misst, sondern über einen Laser, der bis zu 75 Meter reicht. Das diese Anlage an 140 Tagen nicht bereit war, lag an gezielter Sabotage. Unbekannte Täter hatten Reifen über die Blitzsäule gestülpt und sie angesteckt.

Ansonsten ist der Blitzer vom Cranzer Hauptdeich eines der Überwachungs-Profit-Center der Stadt. Knapp 62.000 Knöllchen konnten seit 2010 an Autofahrer verschickt werden, die dort zu schnell fuhren. Knapp dahinter liegt der Blitzer an der Stader Straße, der im selben Zeitraum wegen 61.374 Geschwindigkeitsverstöße auslöste. 2010 waren es 27.241. Das ist Rekord bei den Bezirksblitzern. Das der Blitzer nicht ganz vorn ist, liegt nur daran, dass er 2012 an 263 Tagen nicht eingesetzt werden konnte.

Schlusslicht bei den stationären Blitzern ist das Gerät an der Winsener Straße. Nur 2012 wurden dort über 5000 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Letztes Jahr war das Gerät an keinem einzigen Tag einsatzbereit.
Insgesamt konnten durch die vier stationären Blitzer seit 2010 rund 162.000 Tempoverstöße festgestellt werden. Für die Stadt ist das ein Geldregen. Lägen die Bußgelder bei durchschnittlich 40 Euro, waren rund 6,5 Millionen Euro fällig gewesen.

In Zukunft soll es kaum noch Ausfallzeiten geben. Die drei alten Blitzer werden gegen modernere Geräte vom neuesten Typ ausgetauscht. Damit fällt auch die anfällige Technik in der Fahrbahn weg. Neue Standorte für fest installierte Blitzer sind nicht geplant. André Trepoll sieht das kritisch. Vor allem, weil mobile Geschwindigkeitskontrollen, vor allem vor Schulen, nach seiner Ansicht zu selten durchgeführt werden. „Die fest installierten Blitzer in Harburg machen an diesen Standorten allerdings schon lange keinen Sinn mehr, insbesondere in Bezug auf die Erhöhung der Verkehrssicherheit“, so Trepoll.

„Ich kann viele Bürger verstehen, die der Meinung sind, hier wird nur geblitzt um abzukassieren. Die Polizei und die zuständige Innenbehörde sollten sich überlegen, ob man in Harburg nicht auf die festen Blitzer verzichtet und die Verkehrsüberwachung an Unfallschwerpunkten und vor Schulen und Kitas intensiviert.“ dl/zv