130914UebungHarburg – Dichter Rauch stieg auf, Menschen irrten durch Trümmer, Tote lagen umher. Am Samstagvormittag hatten die Einsatzkräfte von Hilfsorganisationen, THW und

Freiwilliger Feuerwehr auf dem großen Areal gleich neben dem Schellerdamm alle Hände voll zu tun. Dort war ein Sportflugzeug in einen Marktplatz gestürzt.

Vorweg: Die Katastrophe war inszeniert. Unter dem Motto Flugunfallübung 2013 übten die Einsatzkräfte in Harburg und Finkenwerder. Das Ausgangsszenario sah vor, dass ein im Anflug auf den Flughafen Fuhlsbüttel befindliches Passagierflugzeug über dem Stadtteil Harburg mit einem zivilen Kleinflugzeug kollidiert, wobei beide Flugzeuge beschädigt werden.

Während das Passagierflugzeug auf dem Sonderlandeplatz in Finkenwerder notlanden kann und dabei einige der Passagiere verletzt werden, stürzt der Kleinflieger ab, zerschellt inmitten eines belebten Marktplatzes und geht dort in Flammen auf. Dabei kommt es zu zahlreichen Toten und Verletzten.

Um den Einsatzkräften ein möglichst realistisches Szenario zu bieten, wurden zahlreiche Verletztendarsteller eingesetzt, die nicht nur echt wirkende Verletzungen aufgeschminkt bekamen, sondern sich auch wie unter Schock stehende Menschen gebärdeten. Dazu ließen Pyrotechniker drei Autos in Flammen aufgehen, die gelöscht werden mussten.

Die Übung selbst sollte auch Schwachstellen aufdecken und tat es auch. Gerade im Bereich Harburg, in dem vor allem ehrenamtliche Einsatzkräfte übten, wirkte der Einsatz stellenweise chaotisch. Rettungswagen standen bereit, wurden aber nicht eingesetzt. Auch 250 "Verletzte" hatten die Kapazitäten einfach überfordert.

Beobachter der Übung fassten es schon vor Ort so zusammen. „Hier fehlt Führung.“ Die Nachbereitung der Flugunfallübung 2013 dürfte interessant werden. zv