130207WilhWilhelmsburg – Blutergüsse um die Augen. Den Arm und die Schulter gebrochen. So sitzt Margarete P. im Krankenhaus Groß Sand. Sie wurde Opfer von Handtaschenräubern.

Für gerade mal 30 Euro Beute haben sie die 88 Jahre alte Frau so zugerichtet.

 

Die Polizei fahndet nach den Tätern. Vermutlich werden sie sich, selbst wenn sie gefasst werden, nicht für die Tat verantworten müssen. Laut dem Opfer und von Zeugen dürfte es sich bei den Räubern um strafunmündige Kinder handeln.

Mit ihren beiden Freundinnen war Margarete P. am Mittwochabend auf dem Heimweg, als ihr in der Straße Rotenhäuser Wettern zwei Jungen entgegen kamen. Die drei alten Damen machten noch Platz, damit die Knirpse an ihren vorbei konnten. Plötzlich griff einer der Jungen zu und packte die Handtasche, die die 88-Jährige in ihrer rechten Hand hatte. „Ich bin nicht so standfest“, sagt sie. Vornüber stürzte sie auf die Straße. Dabei verletzte sie sich schwer.

Die beiden Täter rannten zunächst davon. „Wir haben ihr geholfen und unsere Taschen auf den Boden gestellt“, erzählt ihre Freundin Anneliese W. (89). Plötzlich kam einer der Jungen zurück, griff sich die Handtasche und rannte davon. Wenige Minuten später tauchte sein Komplize auf und brachte die kurz zuvor geraubte Handtasche zurück. Die Geldbörse, in der lediglich 30 Euro waren, hatten die Räuber rausgenommen.

Ein Passant half den alten Damen. Er brachte Margarete P., die aus der Nase blutete, auch ins Krankenhaus. Dort stellten die Ärzte die Verletzungen fest. Der Zeuge hatte auch die Polizei alarmiert, die nach den Tätern fahndete. Erfolglos.

Die beiden Täter sind Südländer. Beide sind knapp eineinhalb Meter groß. Ihr Alter wird auf zehn bis 13 Jahre geschätzt. Einer ist etwas dicklich. Beide waren dunkel bekleidet.

Für Margarete P. ist es, wie sie selbst sagt, ein schlechter Jahresanfang. Die Wilhelmsburgerin wurde jetzt schon zum zweiten Mal in diesem Jahr Opfer einer Straftat. Vor zwei Wochen wurde sie in ihrer Wohnung bestohlen. Ein Trickdieb hatte sich unter einem Vorwand Zugang zu ihrer Wohnung verschafft und Sachen mitgenommen. zv