130205GSteinLHarburg – „Fünf Jahre haben wir uns für den alten Friedhof eingesetzt, für Beleuchtung gesorgt, Zugänge und Sichtachsen geschaffen. Und jetzt das“, sagt Peter Jungehülsing vom

Verein Alter Friedhof. Was war passiert. Randalierer haben Grabsteine umgeworfen und alte, schmiedeeiserne Zäune zerstört. Passiert ist es am vergangenen Wochenende. Wie eine Schneise zieht sich die spur der Verwüstung einmal quer durch das Areal zwischen Baererstraße und Bremer Straße. Ein Kleinod. Längst kein Friedhof mehr, sondern Parkanlage. Hier wurden früher die Harburger begraben, nach denen heute Straßen benannt sind. Senator Heinrich Wilhelm Hastedt (1835 – 1904, fand hier ebenso seine letzte Ruhestätte wie Konsul Carl Robert Franke (1830 – 1904), Oberbürgermeister Friedrich Wilhelm August Grumbrecht (1811 – 1883), Zeitungsverleger Georg Lühmann (1840 – 1912) oder Senator und Kaufmann August Helms (1847 – 1920). „Wir groß der schaden ist, ist noch nicht zu beziffern“, sagt Jungehülsing. Sicher ist aber: Der Verein wird die Kosten für die Wiederherrichtung der beschädigten Grabsteine nicht tragen können. „Wir haben gerade damit begonnen die erste der Grabstellen zu restaurieren“, so Jungehülsing.

„Wir haben keine konkreten Hinweise auf die Täter“, sagt Hauptkommissar Andreas Schöpflin. Die Polizei ist eingeschaltet. Sie ermittelt wegen Sachbeschädigung. „Eine Zeugin will zwei jüngere Männer schemenhaft gesehen haben“, sagt Jungehülsing. Das dürfte zu wenig sein, um den Fall aufzuklären.
Betroffen ist auch das Grab der Familie Prien. Ihnen gehörte das Bauunternehmen, das seinen Sitz im Binnenhafen hat. Von dort signalisierte man, dass es fachmännische Hilfe bei der Beseitigung der Schäden geben könnte.
Über das Motiv für die Tat kann man nur grübeln. Es dürfte banal sein. Vermutlich war es einfach nur blinde Zerstörungswut. zv