121115FensterHarburg – Weil er, wie er gegenüber der Polizei aussagte, „einen Scheißtag“ gehabt hatte, warf vom Rathausplatz aus ein 37-Jähriger mit Pflastersteinen auf die Fenster im Rathaus. Die Steine durchschlugen

ein Fenster im ersten Stock zum großen Sitzungssaal. Dabei wurde auch die historische Bleiverglasung beschädigt, die die drei großen Fenster ziert.

Nach der Tat setzte sich Steinewerfer Jürgen K. auf eine Bank und verkündete: „Ich möchte jetzt verhaftet werden.“ Diesen „Gefallen“ taten ihm alarmierte Polizisten nicht. Der Mann, der der Trinkerszene zuzurechnen ist, bekam einen Platzverweis für den Rathausplatz und die umliegenden Straßen. So sollte verhindert werden, dass es an seinem „Scheißtag“ zu weiteren Steinwürfen auf das Rathaus kommt. Außerdem wurde gegen Jürgen K. Strafantrag gestellt.

Das Rathaus war 1944 bei einem Bombenangriff schwer beschädigt worden. Erst 1949 war der große Sitzungssaal wieder hergestellt worden. Seitdem gibt es auch die Fenster mit der Glasmalerei, die unter anderem den Wiederaufbau Harburgs nach dem Krieg zeigen.

Durch die Steinwürfe sind mehrere der sogenannten Bleiruten, die die Fassung für die einzelnen Glasstücke bilden und auch Glas beschädigt worden. Die Sprinkenhof AG kümmert sich als Verwalter des Harburger Rathauses um die Reparatur.  „Es ist ein qualifizierter Glaser gefunden worden. Der Auftrag wird jetzt vergeben“, sagte am Donnerstag Sprinkenhof-Vorstand Henning Tants.

Jürgen K. dürfte das wenig kratzen. Die Aussichten den Mann für den Schaden auf zivilrechtlichem Weg haftbar zu machen, tendieren gegen Null. zv