091006Bombe2Wilhelmsburg - Für die Entschärfung eines 1.000 Pfund schweren Blindgängers mussten Dienstagabend die Wilhelmsburger Reichsstraße, die S-Bahn- und die Fernbahnstrecke gesperrt werden. Der Blindgänger war bereits am Vormittag bei gezielten Sucharbeiten

auf einer Baustelle zwischen Reichsstraße und Bahnstrecke entdeckt worden. "Es handelte sich um eine mit einem Heckaufschlagzünder bestückte amerikanische Sprengbombe. Wir haben sie durch die Auswertung von Luftbildern gefunden", sagt Feuerwehrsprecher Peter Braun. Diese Bilder wurden nach den Fliegerangriffen von Aufklärern der Alliierten gemacht - ursprünglich sollte so festgestellt werden, ob die Ziele getroffen wurden.

Braun: "Die Bombe lag so ungünstig, dass sowohl die Reichsstraße, als auch die Bahngleise im Gefahrenradius von 300 Metern lagen. Wir haben uns entschlossen mit der Entschärfung bis zum Abflauen des Feierabendverkehrs zu warten."

Die Bahn sperrte die Strecken bereits um 18.30 Uhr. Dort wurde ein Busersatzverkehr eingerichtet. Kurz nach 19 Uhr wurde dann die Reichsstraße gesperrt. Um 19.15 Uhr begannen die Sprengmeister Burkhard Mantsch und Ronald Weiler mit der Entschärfung. Die war nicht einfach. Die Bombe lag mehrere Meter im Boden. Um sie Bergen zu können, musste das Grundwasser abgepumpt werden. Trotz der Schwierigkeiten hatten die Experten der Feuerwehr den Blindgänger bereits um 19.50 Uhr unschädlich gemacht, indem sie den Aufschlagzünder und den Detonator aus der Bombe drehten.

Minuten später wurde der Verkehr wieder freigegeben. Laut Verkehrsleitzentrale der Polizei hielten sich die Behinderungen auf den Straßen in Grenzen. "Viele Autofahrer hatten sich auf die Sperrung eingestellt", sagt ein Beamter. "Auf der A1, die als Ausweichstrecke diente, lief der Verkehr reibungslos." Lediglich auf den Zubringern von der Reichsstraße kam es zu Behinderungen. (zv)

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