091005Stinker1Heimfeld - Der "Stinker" von Harburg scheint gefasst. Montagmorgen durchsuchte die Polizei bei einem Verdächtigen (29), welcher bei seiner Freundin in der Niemannstraße wohnt. Die Kripo wurde fündig.

Eine Beamtin entdeckte Buttersäure, Einwegspritzen und Gummihandschuhe. Ualid G. schweigt zu den Vorwürfen. Er wird sich nicht nur wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung, verantworten müssen. Auf ihn kommen Schadenersatzforderungen von mindestens 30.000 Euro zu.
Mit einem Buttersäureanschlag auf die Harburg-Arcaden hatte die Serie am 24. Juli begonnen. Danach ging es Schlag auf Schlag. Bis zum 13. August waren es zehn Taten. Betroffen waren die Lebensmittelabteilung bei Karstadt, das Phoenix-Center, die Obst- und Gemüseabteilung eines Penny-Marktes, ein Krümet-Markt, die Haspa und vier Mal die Postbank.
Der Kripo gelang es einen Fingerabdruck des Täters zu sichern. Der passte zu Ualid G.. Er war in der Datenbank der Polizei bereits gespeichert. Vor mehr als sechs Jahren hatte er mehrfach wegen schweren Diebstahls mit der Polizei zu tun. Auch wegen Drogendelikten war er bekannt. In der letzten Zeit war er "ruhig" geworden. Schwarzfahren und ein kleineres Drogendelikt, wegen dem er zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, werden ihm angerechnet. Außerdem gibt es Bilder aus einer Überwachungskamera, die ihn zeigen.
Montagmorgen klingelte die Kripo zunächst bei den Eltern des Mannes in Heimfeld. Der Gesuchte, der dort gemeldet ist, war nicht dort. Er schlief bei seiner Freundin in der Niemannstraße. Kurz darauf stand dort die Kripo vor der Tür. Während die Mieterin völlig überrascht war, nahm Ualid G. die Polizeiaktion gelassen. "Man merkte ihm an, dass er Polizeierfahrung hat", sagt ein Beamter. Im Keller stieß dann eine Beamtin auf die Einwegspritzen, die Buttersäure und die Gummihandschuhe. Der 29-Jährige hatte sich offensichtlich sicher gefühlt. Die Sachen waren nicht einmal versteckt. "Sie standen offen in einem Regal", so ein Kripomann.
Das Motiv ist noch völlig unklar. Gegenüber der Polizei machte der Beschuldigte keine Angaben. Weil am 1. August bei der Tat im Phoenix-Center einem Wachmann durch die Buttersäure so schlecht wurde, dass er sich übergeben musste und weil auch bei einer Tat in der Postbank gleich fünf Menschen übel wurde, wird gegen den Verdächtigen auch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Dazu kommt Sachbeschädigung. Die ätzende Buttersäure hatte unter großem Aufwand entfernt werden müssen. Die Postbank war deswegen immer gleich für den ganzen Tag lahm gelegt. Dort steht bereits die Rechtsabteilung in den Startlöchern, um gegen den Mann auf zivilrechtlichem Wege Schadenersatz einzuklagen. Ob der 29-Jährige in der Lage ist zu zahlen, ist unklar. Er soll momentan auf Arbeitssuche sein. (zv)