120816GasWilhelmsburg - Ein Gasausbruch hat am Donnerstag für ein Verkehrschaos im gesamten südlichen Hamburg gesorgt. Am Morgen hatten gegen 9.20 Uhr ein Baggerfahrer mit seinem Arbeitsgerät eine Gasleitung

beschädigt. Wegen Explosionsgefahr musste die Wilhelmsburger Reichsstraße komplett gesperrt werden.

 

Bei Arbeiten am Kückenbragsweg wurde die rund 35 Zentimeter dicke Mitteldruckleitung von dem Bagger abgerissen. Zwar reagierte der Fahrer sofort: er bedeckte das Leck mit Sand und legte die Baggerschaufel drauf. Doch das Ausströmen des Gases konnte so nicht verhindert werden. Mit einem Bar Druck drang es zischend aus dem Boden. Ein Flimmern in der Luft verriet, dass es große Mengen waren, die ausströmte.

Die Feuerwehr, welche mit 30 Mann anrückte, führte Messungen durch. Das Ergebnis: Es hatte sich ein explosionsfähiges Gemisch gebildet. Polizisten sperrten die Reichsstraße zwischen der Anschlussstelle Mengestraße und Kornweide in beide Richtungen. „Es wurde ein Absperrradius von 100 Metern festgelegt“, sagt Feuerwehrsprecher Martin Schneider.

Weil auch die Auffahrt auf die A1 in Harburg gesperrt ist mussten sich Autofahrer über Nebenstrecken quälen. Schon nach kurzer Zeit brach der Verkehr zusammen. Mit dem Beginn des Feierabendverkehrs am frühen Nachmittag nahmen die Probleme noch einmal zu. In dem Fall waren aber hauptsächlich Autofahrer betroffen, die Richtung Süden wollten. Die einzige Möglichkeit von Harburg ohne große Behinderungen Richtung Hamburg zu fahren, führte über die A7.

Die Reparatur der zerstörten Gasleitung entpuppte sich als schwierig. Es handelt sich um eine Stahlleitung, die sich nicht zusammendrücken lässt. Mitarbeiter von E.ON Hanse dichteten die Leitung provisorisch mit einem Holzpflock ab. Später sollte auf das Leck eine Stahlplatte geschweißt werden. Die Reichsstraße, so hieß es am Mittag, wird mindestens bis 16 Uhr gesperrt bleiben. zv