120807SattlerWilstorf – Der gewaltsame Tod des 43 Jahre alten Ulrich Sattler (Foto) aus Wilstorf, der Ende Juni in einem Leinensack eingewickelt aus der Elbe gezogen wurde, hat sich zu einem der geheimnisvollsten Fälle

der Hamburger Mordkommission entwickelt. Trotz der wochenlangen Ermittlungen konnte nicht ein einziger engerer Bekannter oder Freund des Mannes ermittelt werden.

Noch skurriler: Die Einzimmerwohnung an der Radickestraße, in der der Mann seit seinem Zuzug aus Berlin wohnte, war leer. Laut Polizei gab es nicht ein einziges Möbelstück.

 

„Geheimnisvoll“. So beschreibt die Mordkommission den Fall. Ulrich Sattler ist ein Mann ohne Umfeld. Seine Leiche wurde am 28. Juni im Bereich Moorfleeter Hauptdeich von einem Angler aus der Norderelbe gezogen. Der mit Arbeitskleidung bekleidete Tote war in einem Sack verschnürt. Damit sie untergeht, war der Leiche eine Umhängetasche voller Steine umgehängt worden. Der Sack selbst wurde mit Kabelbindern verschnürt.

Erst nach Tagen wurde der Tote, der bis zu zwei Wochen im Wasser lag und stark verwest war, identifiziert. Als die Beamten der Mordkommission die Tür zur Wohnung des Toten öffneten, waren sie überrascht. Das Zimmer war frisch renoviert und vollkommen leer. Je länger ermittelt wurde, des so mehr  Fragen kamen auf. Es gibt bislang nur wenig, was die Ermittler wissen.

Ulrich Sattler war im September 2008 aus Berlin nach Wilstorf gezogen. Er hatte keine Arbeit, lebte von Hartz IV und hatte hin und wieder 1-Euro-Jobs. Wie in Berlin lebte er völlig zurückgezogen. Gegenüber seinen Nachbarn verhielt er sich „zurückhaltend“. Selbst zu Angehörigen, die in Hamburg leben, hatte er keinen Kontakt. „Trotz intensiver Ermittlungen gelang es bisher nicht, einen einzigen engeren Bekannten oder Freund von Herrn Sattler zu ermitteln“, sagt Hauptkommissar Andreas Schöpflin.

Was die Mordkommission weiß: Ulrich Sattler war häufiger in einem Internetcafé in Harburg und er fuhr mit dem Bus. „Ansonsten ist auch sein Lebenswandel geheimnisvoll“, so Schöpflin.

Ulrich Sattler starb durch einen Kopfschuss. Die Kugel durchbohrte seinen Schädel. Das Projektil wurde nicht gefunden. Warum der Mann sterben musste, liegt ebenso im Dunkel wie das Motiv.

Die Mordkommission ist über jeden Hinweis zu dem Mann dankbar.