120802Bombe2Wilhelmsburg – Entschärft. Nach fast genau einer Stunde haben Sprengmeister Hermann Borelli und sein Team die am Donnerstagvormittag am S-Bahnhof Wilhelmsburg entdeckte Fliegerbombe unschädlich gemacht. Es wären och fixer gegangen. Doch die Arbeit musste unterbrochen werden, als ein Mann während der Entschärfung 20 Meter neben dem Sprengmeister auftauchte. Es war die zweite Fliegerbombe, die in dieser Woche entschärft werden musste. Bereits am Montag war ein Blindgänger an der Rotenhäuser Straße entdeckt worden.

Nach dem Fund des Blindgängers am Donnerstagmorgen hatte es zunächst ein Verkehrschaos gegeben. „Die Fliegerbombe steckte senkrecht im Boden. Wir wussten nicht, mit was für einem Zünder sie bestückt ist“, sagt Feuerwehrsprecher Manfred Stahl. Der Bereich um den Fundort wurde geräumt. Ab 10.20 Uhr fuhr kein Zug der S- oder Fernbahn mehr. Wer mit dem Zug unterwegs war, für den war in Harburg oder am Hauptbahnhof die Fahrt auf Schienen beendet. Ersatzbusse waren auch keine gute Wahl. „Die Buslinien wurden um die Sperrzone herum geleitet. Aufgrund der allgemeinen Verkehrssituation in Wilhelmsburg kam es zu erheblichen Verspätungen“, sagt Maja Weihgold von der Hochbahn. Schließlich stellte Sprengmeister Hermann Borelli fest, dass es ein Aufschlag- und nicht einer der berüchtigten Säurezünder ist, der in der Bombe steckte. Die Sperrungen wurden aufgehoben. „Wir konnten so ohne Druck die Entschärfung vorbereiten“, sagt Stahl. Damit waren auch Evakuierungen im direkten Gefahrenbereich der Bombe verbunden. Etwa 1000 Menschen waren von den Maßnahmen betroffen. „Wir hatten am Stübenhofer Weg in der dortigen Schule eine Notunterkunft eingerichtet“, so Harald Kürger, Chef des DRK-Harburg, dass mit 40 Mitarbeitern und zehn Rettungswagen vor Ort war. Auch andere Hilfsorganisationen waren im Einsatz. Um 18.30 Uhr wurde die Bahnstrecke erneut gesperrt. Auch diesmal waren zahlreiche Züge betroffen. Die Wilhelmsburger Reichsstraße war ebenfalls von 18.30 Uhr bis 20.02 Uhr voll gesperrt. „Die Auswirkungen hielten sich in Grenzen“, hieß es aus der Verkehrsleitzentrale der Polizei. Viele Autofahrer hatten sich offenbar darauf eingestellt. zv