0901001SuatgeblHarburg - Am ersten Prozesstag gegen den Harburger Surat G. (41), der sich vor der Großen Strafkammer 21 des Hamburger Landgerichts wegen des gewaltsamen Todes seiner Ex-Freundin Nicole B. (41) verantworten muss, hat sein Verteidiger

 eine Erklärung abgegeben, nach der Surat G. die Tat gegenüber einem Gutachters eingeräumt hat. Surat G. will sich erst äußern, wenn das psychatrische Gutachten über ihn vorliegt.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Bodybuilder einen Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Er soll am 25. März seine Ex-Freundin vor ihrem Arbeitsplatz im Fitnesscenter "Aqua-Fit" in Othmarschen aufgelauert haben. Die Harburgerin konnte zunächst flüchten. In Todesangst schloss sie sich in ihrem im Parkhaus abgestellten Toyota ein. Surat G. zerschlug die Scheibe, riss die Tür auf und stach auf die Frau ein. 36 Stiche oder Schnittverletzungen stellten Gerichtsmediziner an der Leiche der Mutter eines Kindes fest.
Für die Mordkommission war Murat G. sofort der Hauptverdächtige. Er hatte Nicole B. immer wieder aufgelauert. Einmal zerstörte er im "Bolero" das Handy der Frau. Dann griff er sie vor ihrer Wohnung in Wilstorf an. Deswegen hatte er bereits die Auflage bekommen sich der Frau nicht mehr zu nähern. Doch zunächst konnte die Polizei dem Mann nichts nachweisen. Erst die Fasern seiner Hose, die im Wagen gefunden wurden, belegten, dass er am Tattag am Fahrzeug war. Im Phoenix-Viertel hatten Beamte des Mobilen Einsatzkommandos den Mann festgenommen. Freunde des Türken hatten dabei versucht ihn zu befreien.
Vor Gericht gibt sich der 41-Jährige reumütig. In der Erklräung durch den Verteidiger heißt es, die Tat habe Surat G. "erschüttert". Sie belaste ihn schwer. Die Angehörigen der tot gestochenen Frau hätten sein "tiefes Bedauern". Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er aus Hass, Wut und Eifersucht die Frau ermordete. Das Urteil wird Ende November erwartet. (zv)