120629Feuer6Neugraben – Angst am Haferacker. In der Nacht zum Freitag schlug ein scheinbar irrer Brandstifter gleich doppelt zu. Erst standen zwei Fahrzeuge in Flammen. Dann brannte es im Keller eines Mehrfamilienhauses. Neun

Menschen, darunter drei Kinder, wurden verletzt. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Zunächst waren es ein Kleintransporter und ein Opel, die gegen 21.30 Uhr in Flammen standen. Lichterloh brannten die Fahrzeuge. „Wir hatten um die 40 Anrufe über 112“, sagt ein Feuerwehrmann. Der Brand war schnell im Griff, Die Polizei beschlagnahmte die Fahrzeuge als Tatort der Brandstiftung.

Kurz nach Mitternacht dann das verheerende Feuer. Nur wenige Meter weiter stand ein Kellerraum in Flammen. Die Keller des viergeschossigen Gebäudes sind miteinander verbunden. Der Rauch konnte sich ungehindert ausbreiten. Bis in die oberen Etagen zog der Qualm. Durch kleinste Ritzen drang er in die Wohnungen ein. Als die Einsatzkräfte der Wachen Süderelbe, Harburg und der FF Neugraben eintrafen, waren aus den oberen Etagen Hilferufe zu hören. „Die Bewohner haben sich vorbildlich verhalten“, sagt Einsatzleiter Torsten Stahr. „Sie sind in ihren Wohnungen geblieben und haben sich nicht den gefährlichen Rauchgasen ausgesetzt.“

Unter Fluchthauben wurden die Mieter ins Freie gebracht. Dort war ein Großaufgebot der Feuerwehr aufgefahren. Sechs Rettungswagen, der Großraumrettungswagen, zwei Notärzte und der leitende Notarzt kümmerten sich um die Menschen aus dem evakuierten Haus. Sechs Verletzte kamen ins Krankenhaus. Alle hatten eine Rauchvergiftung erlitten. Lebensgefahr besteht für sie nicht.
Das Feuer selbst war auch schnell unter Kontrolle. Nachdem das Haus belüftet worden war, konnten die Mieter in ihre Wohnungen zurückkehren. Dann der Schock: die Räume sind sehr stark verrußt und unbewohnbar.

Die Kripo ermittelt in diesem Brandfall, denn auch im Keller wurde Brandstiftung als Ursache des Feuers festgestellt. „Wir schließen nicht aus, dass beide Brände vom selben Täter gelegt wurden“, so ein Beamter.  Am Freitagmorgen waren Brandexperten der Polizei noch im Haferacker für Ermittlungen unterwegs. Die Polizei geht von einem Zusammenhang der Brände aus. Konkrete Hinweise auf den Täter lagen zunächst nicht vor. zv

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