120414RazziaWilstorf - Es war die bislang größte Aktion gegen radikale Islamisten in der Geschichte Deutschlands. Auch Harburg war betroffen. Einsatzkräfte durchsuchten Donnerstagmorgen die Moschee an der Anzengruberstraße (Foto) und

Wohnungen von Salafisten am Soltauer Ring und in Wilhelmsburg. Eine weitere Wohnung in Hamburg wurde in Billsetdt durchsucht.

Bei der Aktion ging es laut Sicherheitsbehörden nicht um die Moschee und den Trägerverein, sondern um einige der regelmäßigen Besucher. Die stammen in nicht unerheblichem Umfang aus der Islamisten-Szene der ehemaligen Al Quds Moschee am Steindamm (St. Georg).

Dort beteten die Todesflieger um Mohammed Atta, der als Kopf der Terrorzelle galt, die die Anschläge am 11. September 2001 verübte. Die Moschee, welche auch danach als Treffpunkt der Islamisten-Szene galt, war im August 2010 von den Sicherheitsbehörden geschlossen worden. Atta selbst hatte in Harburg in der Marienstraße gewohnt.

 

 

 

 

Bei der Aktion geht es um die Sicherung von Material für mögliche Vereinsverbote. Schwerpunkt der Aktion waren Hessen und Nordrhein-Westfalen. In Solingen wurde mit "Millatu Ibrahim e.V." der erste islamistische Verein in Deutschland verboten. Zudem gehen die Sicherheitsbehörden davon aus, dass die drei Männer aus Hamburg, bei denen Durchsucht wurde, Kontakt zu dem verbotenen Verein hatten. Laut eines Ermittlers wurde in Harburg und Wilhelmsburg Unterlagen und Datenträger sichergestellt. Sie werden nicht hier, sondern an die Ermittler des Bundekriminalamtes zur Auswertung geschickt. zv