120607hvv Heimfeld- Die gestrige Bombenentschärfung der britischen Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Heimfeld, hatte weitreichende Auswirkungen auf das Verkehrs- und Straßennetz. Betroffen von dem

Einsatz war unter anderem der S-Bahn-Verkehr, weil die Station Heimfeld am Alten Postweg noch im gelb-markierten Evakuierungsbereich lag. Erst wurde die unterirdisch gelegene Haltestelle von der S3 Stade noch passiert, später als die Entschärfungsmaßnahmen begannen, aber komplett gesperrt.

Erst nach der Entschärfung, also nach 1:00 Uhr nachts, fuhr die letzte Bahn die Station wieder an. Das hatte zur Folge, dass zahlreiche Fahrgäste nur bis Harburg Rathaus fahren konnten. Für Reisende, die aber weiter Richtung Stade mussten, erwies sich das als Problem. Denn die S-Bahn Hamburg hatte keinen Schienersatzverkehr eingerrichtet, so dass viele Fahrgäste hilflos am Bahnhof standen.

Egbert Meyer-Lovis, Sprecher der S-Bahn Hamburg, sagte gegenüber harburg-aktuell.de: "Die Sperrung der Haltestelle Heimfeld erfolgte auf Anweisung der Bundespolizei." Nur warum wurde kein Schienenersatzverkehr gestellt? "Wir hatten keine Busse mehr zur Verfügung, was daran lag, dass diese zur Evakuierung genutzt wurden. Damit war das Kontingent erschöpft. Wir haben bei der KVG in Stade angerufen, aber die hatte ebenfalls keine Busse frei."

In Tonndorf, wo am Mittwochmittag eine Granate gefunden wurde, musste die Bahn den Zugverkehr auf der Strecke Hamburg-Lübeck zwischen den Stationen Wandsbeck und Rahlstedt einstellen. Dort klappte der Schienenersatzverkehr. Laut Meyer-Lovis waren in Tonndorf elf Busse im Einsatz, die die Reisenden zu den folgenden Stationen transportierten. Diesen Luxus hätten die Pendler am Mittwochabend sicher auch gerne in Harburg genossen. (pw)