120521BlutHarburg – Der 41 Jahre alte Mann, der am Freitag am helllichten Tag auf offener Straße von mehreren Mitgliedern einer aus Serbien stammenden Familie angegriffen und lebensgefährlich verletzt wurde, könnte

Opfer einer Verwechslung geworden sein. Das schließt die Mordkommission nach einer ersten Vernehmung des Niedergestochenen nicht aus. Das Opfer ist nach einer Notoperation außer Lebensgefahr.

Damit droht Harburg eine erneute Bluttat. Denn die bei nach dem Angriff festgenommenen 18 bis 26 Jahre alten Männer sind wieder auf freien Fuß. Auch der Messerstecher ist nicht gefasst. Alle haben ganz offensichtlich noch eine „Rechnung offen“. Worum es dabei geht, ist der Polizei nicht bekannt. Die Festgenommenen hatten vor ihrer Freilassung jede Aussage zu der Tat verweigert.

Harsche Kritik an der Justiz gibt es im Zusammenhang mit dem Fall von dem Landesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Joachim Lenders. „Dass Beteiligte einer solchen gemeinsam verübten und offensichtlich auch geplanten Tat wieder auf freien Fuß gesetzt werden, ist mit normalem Menschenverstand nicht nachvollziehbar. Die juristische Bewertung macht deutlich, wie leicht es solche Strukturen haben in Deutschland Ehrenmorde und Racheakte zu begehen oder Selbstjustiz zu verüben“, sagt Lenders. „Praktischerweise kann man auch noch einen Familienangehörigen als Haupttäter ausgucken, der unter das Jugendstrafrecht fällt.“

Auch Rainer Bliefernicht (CDU) übt Kritik an der Justiz. "Mit Bestürzung habe ich vernommen, dass die im Zusammenhang mit der Messerstecherei in Harburgs Innenstadt festgenommenen 18 bis 26 Jahre alten Männer wieder auf freiem Fuß sind. Die Hamburger Justiz muss sich fragen lassen, wie sie unsere Harburger Bürger schützen will", sagt Bliefernicht. "Da das Opfer wahrscheinlich einer Verwechslung zum Opfer gefallen ist, kann mit einer Wiederholung so einer Bluttat gerechnet werden. Ich hoffe nur, dass nicht wieder Bürger zu schaden kommen.

Bei der Polizei geht man davon aus, dass man den Messerstecher bald festnehmen oder er sich stellen wird. Es existieren von ihm sehr gute Fotoaufnahmen, die Passanten während der Tat machten. zv