120507GesuchterHarburg – Bundespolizisten haben im Rahmen einer gezielten Fahndung einen nach einer Schiesserei in der Schweiz gesuchten Neonazi festgenommen. Einsatzkräfte überwältigten Sebastian N. (24) im Bahnhof Harburg.

Der Mann, der am Sonnabend in Zürich einen Mann niedergeschossen haben soll, war bewaffnet. In seinem Rucksack fanden die Beamten eine geladene Pistole.

Es war ein Hinweis über das Bundeskriminalamt, das die Bundespolizei in der Nacht in Alarm versetzte. Der Gesuchte war nach Erkenntnissen von Ermittlern in einem Zug von München nach Hamburg unterwegs. In Harburg und am Hauptbahnhof postierten sich schwer bewaffnete Beamte. „Es waren rund 40 Mann im Einsatz“, sagt der Sprecher der Bundespolizei, Rüdiger Carstens.

Die Beamten erwarteten den ICE 992, in dem sich der Gesuchte aufhalten soll. Nachdem der Zug, der planmäßig zwei Minuten vor 3 Uhr im Bahnhof Harburg einlaufen sollte,  angekommen war, entdeckten Beamte den Gesuchten unter den ausgestiegenen Fahrgästen. Kurz darauf griff die Polizei zu: im Abgang zum S-Bahnhof überwältigten die Beamten den Mann.

„Er leistete keinen Widerstand“, so Carstens. Der Mann war schnell identifiziert. Die Tattoos, ein Totenkopf auf dem Hals, wie ihn SS-Einheiten als Symbol verwendeten und ein auf die Brust tätowiertes Porträt von Hitler ließen keinen Zweifel, dass es der Gesuchte ist. Wie gefährlich Sebastian S. zeigte sich bei der Durchsuchung seiner Sachen. Im Rucksack steckte eine geladene Pistole. Es waren noch sechs Patronen in dem acht Schuss fassenden Magazin.

Ob es die Waffe ist, mit der der 24-Jährige am Sonnabend im Amüsierviertel in der Züricher Altstadt einen 26 Jahre alten Mann nach einem Streit niederschoss, ist unklar. Kriminaltechnische Untersuchungen sollen Klarheit bringen. zv