120319EnterLFinkenwerder - So einen Einsatz gab es noch nie. Auf der Elbe vor Finkenwerder wurde eine Hadag-Fähre mit rund 60 Passagieren an Bord gekapert. Die Täter: Acht Sympathisanten der kurdischen PKK. Sie besetzten die Brücke und zwangen den Kapitän den Kurs zu ändern. Dann verbreiteten sie Parolen über die Lautsprecheranlage. Wasserschutzpolizisten enterten die Fähre und setzten die Besetzer fest.

Die Fähre "Elbmeile" hatte gerade den Museumshafen in Ovelgönne verlassen, als sie gegen 17.25 Uhr von den Kurden übernommen wurde. "Wir waren etwa in der Mitte der Elbe, als eine Frauenstimme aus den Lautsprecher kam", sagt Sandra H. (37), die mit ihrem zwei Jahre alten Sohn John auf der Fähre war. Dann folgten Parolen. "Es wurde betont, dass man keine Gewalt anwenden wollte", sagt die Frau. Zu dem Zeitpunkt war bereits die Wasserschutzpolizei auf dem Weg. Der Kapitän hatte noch einen Funkspruch absetzen können, bevor die Verbindung abbrach.

Was dann passierte, schildern Passagiere so: Boote der der Wasserschutzpolizei dockten an beiden Seiten an. Dann kamen die Polizisten rüber. Die Passagiere wurden noch mitten auf der Elbe auf das große Boot der Wasserschutzpolizei, die Bürgermeister Weichmann gebracht. "Erst kamen die Kinder und Frauen rüber", sagt eine Frau.

Die PKK-Symphatisanten ließen sich widerstandslos auf der Brücke festnehmen. Dann liefen die Fähre, eskortiert von Booten der Wasserschutzpolizei, den Fähranleger Finkenwerder an. Aus der Luft überwachte der Polizeihubschrauber den Konvoi.

In Finkenwerder wartete bereits ein Großaufgebot der Polizei auf Fähre und Wasserschutzpolizeiboote. Aus ganz Hamburg waren Peterwagen dazu zu dem Anleger geschickt worden. Die acht Festgenommenen wurden noch auf der Fähre durchsucht. Erst gegen 19.30 Uhr, zwei Stunden nach dem Beginn der Aktion, wurden sie in Handfesseln von Bord zu bereit gestellten Gefangenentransportern geführt. Zwischenzeitlich waren am selben Anleger die Passagiere der Fähre von dem Wasserschutzboot gelassen worden. Vorher hatten die Polizisten noch die Personalien der Fahrgäste festgestellt. Sie sind

Zeugen.
Die Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamtes hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Laut Polizei wurden bei den Kurden keine Waffen gefunden. zv

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