120314BombeLHarburg - Eine Stunde und neun Minuten. So lange dauerte es am Mittwochabend, bis Sprengmeister Hermann Borelli und sein Team den 1000 Pfund schweren Blindgänger an der A1 entschärft hatte. Fünf Minuten später,

 

um 21.14 Uhr, durfte der Verkehr wieder rollen. Die Bombe war bei gezielten Sucharbeiten in etwa drei Metern Tiefe entdeckt worden. "Hier ist eine Verdachtsfläche", sagt Borelli. "Die Gegend wurde im Zweiten Weltkrieg stark bombardiert."

Der Blindgänger selbst war mit Hilfe von Sonden entdeckt worden, die tief im Boden verborgenes Metall finden und auch die Masse bestimmen können. Dadurch bekommen die Kampfmittelräumer bereits so Informationen darüber, ob es sich um einen Blindgänger handeln könnte. Für die Entschärfung selbst, die um 20 Uhr begann, setzten die Kampfmittelräumer das neue Wasserschneidegerät ein, das an der A1 zum zweiten Mal in Hamburg im "scharfen" Einsatz verwendet wurde. Es schneidet mit Hochdruck den Bombenboden samt Aufschlagzünder aus dem Blindgänger. Bei dem Verfahren beobachten die Sprengmeister den eigentlichen Entschärfungsvorgang aus sicherer Entfernung live über Video. Auch diesmal klappte die Entschärfung problemlos.

Die Verkehrsprobleme hielten sich in Grenzen. Zwar staute sich der Verkehr bis zur A 255 und in Richtung Hamburg bis über das Maschener Kreuz zurück. Das ganz große Chaos blieb aus. Auch weil man bewusst den Feierabendverkehr laufen ließ, bevor die Entschärfung begann. "Die Entscheidung war goldrichtig", sagt ein Beamter. Für die Männer vom Kampfmittelräumdienstes war es deswegen ein langer Abend. Der Nachteil der Entschärfung mit dem Wasserschneidegerät: Die Abbau des Gerätes und die spätere Säuberung sind sehr zeitaufwendig. Bislang wurden die Zünder der Blindgänger mit Hammer und Rohrzange "gezogen". zv

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Artikel: Die erste Entschärfung mit dem Wasserschneidegerät