120303BkULSteinwerder - Barkassenunglück in der Ellerholzschleuse. Zwölf Menschen wurden verletzt, als am Sonnabend die mit rund 50 Fahrgästen besetzte Barkasse "Ruth" das sich öffnende Tor der Schleuse rammte. Neun

 

der Verletzten, darunter die Schiffsführerin, kamen ins Krankenhaus. Feuerwehr und Polizei waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Ursache des Unglücks ist vermutlich ein technischer Defekt.
Es war gegen 13.30 Uhr, als das Unglück passierte. "Ich konnte den Gashebel nicht zurückziehen", sagte später die Schiffsführerin der Wasserschutzpolizei. Die Barkasse rammte mit großer Wucht das Schleusentor. Fahrgäste wurden durcheinander geschleudert. "Es tat einen schweren Schlag. Man konnte sich nicht auf den Beinen halten", sagte eine Passagierin. Mehrere Fahrgäste stürzten in eine Glaswand und die verglasten Türen, die den überdachten Bereich von dem offenen Hinterdeck der Barkasse trennt.
Die Feuerwehr rückte mit zahlreichen Rettungskräften an. "Zunächst hieß es, dass auch ein Feuer ausgebrochen ist", sagt der Einsatzleiter der Feuerwehr, Joachim Behnke. "Das bestätigte sich zum Glück nicht." Trotzdem war es für die Feuerwehr eine schwierige Einsatzlage. "Wir mussten einen Höhenunterschied von knapp fünf Metern überbrücken", so Behnke. Über eine Steckleiter kamen die Retter zu den Fahrgästen. Neben der Barkasse machte ein Boot der Wasserschutzpolizei fest, um erste Passagiere zu übernehmen. Schließlich kam eine Ersatzbarkasse, die unverletzte Fahrgäste aufnahm.

Der Versuch eine Verletzte Frau auf ein Löschboot zu hieven, schlug fehl. Die Barkasse musste ein dem Löschboot festgemacht und zum nahen Anleger des Wasserschutzpolizeireviers geschleppt werden. Dort versorgten bereits Einsatzkräfte weitere Verletzte, die dorthin gebracht worden waren. "Es hat Verletzungen wie Prellungen oder einen rausgebrochenen Zahn gegeben", sagt Behnke. Ganz schwere Verletzungen sollen die betroffenen Fahrgäste nicht erlitten haben. Die genaue Ursache des Unglücks muss jetzt ermittelt werden.

In der Ellerholzschleuse hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Barkassenunglücke gegeben. 2006 wurden 22 Menschen, darunter 20 Schüler aus Frankfurt verletzt, als die "Peter II" gegen das Tor prallte. Auch damals sagte der Schiffsführer aus, dass der Gashebel geklemmt hatte. 2009 wurden acht Menschen verletzt, als die Barkasse Irma II" in der Schleuse eine andere Barkasse rammte. Der Kapitän, so stellte sich kurz danach heraus, hatte bekifft am Ruder gestanden. zv

Die Bilder des Einsatzes gibt es hier