120220Bombe5Wilhelmsburg - 1000 Pfund schwer, hochexplosiv und in so guten Zustand, dass selbst die Schrift noch zu lesen war. Dieser "Racker" sorgte Montagabend für echtes Verkehrschaos. Denn für die Entschärfung der amerikanischen Fliegerbombe

mussten die A255 und die Wilhelmsburger Reichsstraße über eine Stunde gesperrt werden. In der gesamten Umgebung kam es zu langen Staus.

Für den Kampfmittelräumdienst war es eine gelungene Premiere. Erstmals wurde das neue Hochwasserschneidegerät im echten Einsatz zur Entschärfung eingesetzt. "Die eigentliche Entschärfung dauerte nur sechs Minuten", sagt Peter Bodes, Leiter des Kampfmittelräumdienstes der Feuerwehr. Mit 2.400 bar Druck konnte der eine Heckaufschlagzünder mit einem "Wassermesser" einfach aus dem Boden der Bombe geschält werden. Die Vorbereitungen waren dafür umso komplizierter.

Die Bombe war bei gezielten Sucharbeiten am Niedergeorgswerder Deich entdeckt worden. Allerdings lag der Blindgänger in sieben Metern Tiefe und damit unterhalb des Grundwasserspiegels. So mussten Taucher ran, die die Bergung des Blindgängers durch einen Telekran vorbereiteten. Gleichzeitig evakuierte die Polizei in der Umgebung die Gebäude. 180 Anwohner mussten in die nahegelegene Schule, die als Notunterkunft diente.

Bereits um 19 Uhr wurde die Autobahn und die Reichsstraße gesperrt. Um 19.28 Uhr begannen die Sprengmeister mit der Arbeit. Bei den Vorbereitungen kam es zu einem Malheur. Die Bombe sollte mit einem Hochdruckwasserstrahl erst einmal "blitzeblank"  gemacht werden. Doch aus der Wasserlanze, ähnlich einem Dampfstrahlgerät, kam nur Rauch. Es war defekt. Schließlich bekam man die Bombe doch so sauber, dass der Magnet, mit dem die Schneidevorrichtung auf dem Blindgänger hält, sauber aufgesetzt werden konnte. Dabei wurde auch der gute Zustand des Blidngängers sichtbar. Selbst die Beschriftung auf der Bombe war noch zu lesen.

Um 20.09 Uhr war die Entschärfung beendet. zv

120220BombeL 120220Bombe1 120220Bombe3 120220Bombe2 120220Bombe4