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Der Binnenhafen bleibt nach Großfeuer für Schiffe gesperrt
Donnerstag, den 05. Januar 2012 um 17:09 Uhr

120105NartenstrBinnenhafen - Es ist ein schwaches Licht, das Bezirksamtsleiter Thomas Völsch am Ende der pechschwarzen Rauchsäule sieht. Die Masse aus Kautschuk, Löschwasser und Heizöl, die nach dem Großbrand der Lagerhalle

die Nartenstraße wie ein klebriger Teppich überzieht, ist ablösbar. 40 Mann von Spezialfirmen waren am Donnerstag im Einsatz, um die Fahrbahn zu säubern. "Wir mussten am Anfang davon ausgehen, dass die Nartenstraße ein kompletter Sanierungsfall ist", so Völsch. "Jetzt, das muss aber mit aller Vorsicht gesagt werden, sieht es besser aus."

Das war die gute Nachricht, die anderen sind eher schlecht. Unter der Straße hat sich der Kautschuk ausgebreitet. Betroffen sind nicht nur Regenwasser- und Abwassersiel, die dort getrennt sind, sondern auch Versorgungsschächte, beispielsweise von der Telekom oder Dataport. Auch wenn Telefon und Internet noch funktionieren kann eine umfangreiche Sanierung nötig sein. In dem Fall müsste die Nartenstraße auch nach erfolgreicher Säuberung aufgebuddelt werden.

Ob die Säuberung der Fahrbahn auch ein Erfolg war, stellt sich ebenfalls erst nach dem Abschluss der Arbeiten heraus. ""Wir werden uns die Straße anschauen und prüfen müssen, ob die Griffigkeit noch gegeben ist", so Susanne Nissen vom Tiefbauamt. Bei Unklarheiten soll eine Fachfirma prüfen.

Die möglichst schnelle Freigabe der Nartenstraße hat für das Bezirksamt Priorität. 14 Firmen sind als Anlieger von der Sperrung betroffen. "Da hängen Existenzen dran", so Nissen. Deshalb waren auch alle erforderlichen Aufträge sofort vergeben worden, obwohl die Frage der Kostenübernahme nicht geklärt ist. Denn zu der Firma Cotterell, die in der Halle Naturkautschuk und Latexprodukte lagerte, gibt es laut Bezirksamt keinen direkten Kontakt. So weiß man auch nicht, wie das Unternehmen versichert ist.

Eine weiteres Problem hat der gesamte Binnenhafen: die Schleuse bleibt dicht. So soll verhindert werden, dass sich das Gebräu aus Kautschukmilch und Löschwasser, das das Wasser großflächig milchigweiß färbte, in die Süderelbe ausbreitet. Es ist auch unklar ob es giftig ist. Proben wurden von der Umweltbehörde gezogen. Die Ergebnisse der Analyse stehen noch aus.

Mit der Sperrung der Schleuse kommen auch keine Schiffe mehr in den Binnenhafen rein oder raus. "Das ist keine erfreuliche Situation um es freundlich auszudrücken", sagt Völsch. Ölschlängel helfen auch nicht weiter, da die Emulsion nicht auf der Wasseroberfläche schwimmt, sondern das Wasser bis zum Grund durchdringt. Wie das Wasser wieder klar werden soll, darüber herrscht keine Klarheit. zv

 
 

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