120103KaitschukBinnenhafen – Viel schlimmer konnte es nicht kommen. Die Nartenstraße ist nach dem Brand der Lagerhalle offenbar ein Totalschaden. Der Grund ist eine klebrige Kautschukmasse, die tausende Quadratmeter rund um den

eigentlichen Brandort kontaminiert hat. Experten gehen davon aus, dass die die Fahrbahn abgefräst werden muss. Das Siel unter der Straße ist vermutlich auf über 100 Meter voll von dem klebrigen Zeug. Auch hier ist unklar, ob eine Reinigung sich lohnt.

Schwer getroffen ist die Feuerwehr. Große Teile der Ausrüstung sind verloren. Es geht allein dabei um Millionenwerte. Noch an der Einsatzstelle  entsorgten Feuerwehrmänner ihre vom Kautschuk überzogene Einsatzkleidung. „Es sind etwa 150 Kombinationen, die nicht mehr zu reinigen sind“, sagt 120103KlamottenFeuerwehrsprecher Martin Schneider. Ersatz gibt es aus dem Kleiderpool, der jetzt aufgebraucht ist. Neue Einsatzanzüge sind bereits beim Hersteller bestellt.

Auch über 500 Rollen Schlauch, mühsam von Einsatzkräften aus der klebrigen Masse gezerrt, müssen entsorgt werden. Das dicke Ende kommt vielleicht noch. 20 Fahrzeuge sind so stark durch Kautschuk verschmutzt, dass die letzte Hoffnung eine Spezialreinigung ist. Noch auf dem großen Parkplatz vor dem Handelshof wurden sie mit Hochdruckstrahlern von den dicksten Kautschukklumpen befreit. „Wir wollen so eine Verschleppung der Kontamination verhindern“, so ein Feuerwehrmann. Dann ging es zu Spezialfirmen, die jetzt prüfen, ob eine Reinigung möglich ist. Jetzt wird geprüft wer für den Schaden haftet.

Gut weggekommen sind die für Harburg wichtigen freiwilligen Wehren Eißendorf und Marmstorf. „Wir hatten unsere Fahrzeuge an der Hannoverschen Straße stehen“, sagt der stellvertretende Wehrführer der FF Eißendorf, Manfred Bechte. Bis dorthin kam die Kautschukmasse nicht. Bis auf drei Feuerwehrleute konnten alle andere Mitglieder der Wehr ihre Einsatzkleidung behalten. Auch Thilo Engelmoor, Chef der Freiwilligen Feuerwehr Marmstorf, konnte nach dem Einsatz in der Nartenstraße die weiterhin volle Einsatzbereitschaft der FF melden. Die FF Neugraben war erst am Dienstagnachmittag an die Einsatzstelle gerufen worden.

Die betroffene Halle selbst, in der Naturkautschuk und Latexprodukte gelagert waren, ist bis auf die Grundmauern 120103Draufblickausgebrannt. „Wir haben aber sämtliche umliegenden Gebäude halten können“, sagt Schneider. Dafür wurden auch 40.000 Liter Schaummittel eingesetzt, die mit Wasser gemischt rund eine halbe Million Liter Löschschaum ergaben, der sich extrem aufblähte und wie ein Teppich über den Brandherd legte.

Die Hitzeentwicklung, denen die Einsatzkräfte ausgesetzt wurden, waren enorm. Zwei Teleskopmastfahrzeuge sind beschädigt. Bei einem Löschfahrzeug zersprang die Windschutzscheibe durch die Hitze. zv

 

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