110830DRKHarburg – So einen Vorfall hat es beim DRK in Harburg seit Jahren nicht gegeben. In der Nacht zum Dienstag prügelte der 33-jährige Jamal R. einen Rettungswagenfahrer (25) ins Krankenhaus. Der Tatort: Die Hohe Straße

Ecke Wilstorfer Straße. "Der Rettungswagen war mit einem Patienten auf dem Weg ins Krankenhaus“, sagt DRK-Geschäftsführer Harald Krüger.

Als das Fahrzeug etwa langsamer fuhr, fing es plötzlich an zu wippen. Dann wurde gegen die hintere Tür gewummert. Der Fahrer hielt und sah, dass jemand auf dem Tritt rumturnte. „Er ist hingegangen und  forderte den Mann auf vom Fahrzeug runter zu steigen“, so Krüger. Statt einer Antwort gab es Schläge und Tritte. „Sie trafen unseren Mitarbeiter völlig unvorbereitet“, sagt Krüger. „Damit konnte er ja nicht rechnen.“ Erst als er Pfefferspray einsetzte, konnte der Angegriffene den Schläger auf Distanz halten. Der Täter flüchtete daraufhin.

 

Der Rettungsassistent musste ins Krankenhaus Harburg gebracht werden. Dort diagnostizierten die Ärzte eine Gehirnerschütterung. Außerdem erlitt er ein Schleudertrauma und er klagte über Bauchschmerzen. „Wir sind geschockt über die Brutalität, der unser Kollege hier ausgesetzt war“, sagt Wolfgang D. Friedrich, Geschäftsführer des DRK-Ambulanzdienstes. Angriffe auf Rettungswagenfahrer kommen zwar immer wieder vor. „Dabei handelt es sich meistens um Schubsereien“, so Krüger. „An einen so massiven Angriff in den letzten Jahren kann ich mich nicht erinnern.“

Mittlerweile konnte der DRK-Mitarbeiter aus dem Krankenhaus entlassen werden. Er ist jedoch krankgeschrieben. Der Täter wurde im Rahmen einer Sofortfahndung gestellt. Die Beamten mussten eine zweite Peterwagenbesatzung zu Hilfe rufen, um den Mann zu überwältigen, der wild um sich schlug und die Polizisten bespuckte. Jamal R., der bislang in Hamburg nicht polizeilich auffiel, kam vor den Haftrichter. Das lag weniger an der Tat. Der 33-Jährige, der zuletzt in Bochum lebte, hat keinen festen Wohnsitz. zv