110726MontageHarburg - Der irre Massenmörder von Norwegen, Anders Breivik, hatte auch Harburg im Visier. In seiner gut 1.500 Seiten dicken Hassschrift mit dem Titel "2083 - A European Declaration of Independence" werden zwei Ziele für Sabotageakte im

Raum Harburg genannt. Es handelt sich um die Shell-Raffinerie und die Holborn, die zu dem lybischen Konzern Tamoil gehört.

Dass der 36-Jährige, der durch den Bombenanschlag in Oslo und bei seinem Amoklauf auf der Ferieninsel Utöya 76 vorwiegend junge Menschen tötete, selbst Anschläge auf die Ziele in Harburg begehen wollte, schließen die Behörden aus. In dem Pamphlet sind zahlreiche Ziele in Deutschland, darunter auch viele Raffinerien genannt.

Der offenbar geisteskranke, selbsternannte Tempelritter, lebte in dem Wahn, dass sich für seinen "Kreuzzug" gegen eine Islamisierung Helfer in Europa finden lassen. Dafür schickte er seine Hassschrift vornehmlich an Rechtsradikale in Deutschland. Breivik, so geht aus der Schrift hervor, schätzt das Potenzial von gewaltbereiten Deutschen, die bereit sind seine gewalttätigen Pläne tatsächlich umzusetzen auf 85.000 Personen.

Das glauben die Sicherheitsbehörden nicht. "Es gibt keinen Hinweis, dass der Täter in irgendeiner Form Verbindungen nach Hamburg hat, aus denen eine Gefahr erwachsen könnte", sagt Polizeisprecher Mirko Streiber. Trotzdem habe man mit den betroffenen Firmen Kontakt aufgenommen und stehe mit ihnen im Dialog. zv