110725HausHarburg - Unfassbar: Über Wochen hat eine Frau regelmäßig die Katze in der Wohnung ihres Ex-Freundes gefüttert, während der tot im Schlafzimmer verweste. Als die Leiche zu stinken anfing, klebte die Frau die Tür ab. Erst

als der Geruch nach draußen drang, wurde der Tote entdeckt

 

Mitte Juni hatte die Frau ihren Ex-Freund ein letztes Mal lebend gesehen. Als sie ihn nicht mehr erreichte, machte sie sich Sorgen - um die Katze. Um sie zu füttern kam die Frau in die Wohnung an der Hohen Straße. Dort lag Mieter Dieter B. (54) tot in seinem Bett. Seine Ex-Freundin muss es sofort gemerkt haben. Sie deckte ihn ab, zog die Decke auch über sein Gesicht. Mehr passierte nicht. Lediglich um die Katze zu füttern kam die Frau immer wieder in die Wohnung. Dort verweste der Tote immer mehr. Der Geruch wurde unerträglich. Fliegenschwärme bevölkerten das Schlafzimmer. Die Frau hatte eine ganz andere Lösung. Sie dichtete die Tür mit Klebeband ab, damit sich der Geruch nicht ungehindert ausbreitet. Vor den Türschlitz legte sie ein Handtuch. "Sie kam regelmäßig in die Wohnung", so ein Beamter.

Irgendwann halfen die Abdichtungsmaßnahmen nicht mehr. Schließlich stank es im ganzen Haus. Die Polizei wurde nicht gerufen. Dafür bemühten Nachbarn den Ordnungsdienst. Es ging in erster Linie um das Fliegenproblem. Die Mitarbeiter des BOD riefen die Polizei, die die Tür öffnen ließ und auf die Leiche stieß. "Die Situation war eindeutig. Erstaunlich, dass man uns nicht sofort gerufen hat", wundert man sich bei der Polizei. Dort schloss man wegen der ungewöhnlichen Umstände zunächst ein Verbrechen nicht aus. Die Wohnung wurde als Tatort behandelt. Mittlerweile ist man davon ab. "Ein Fremdverschulden am Tod des Mannes liegt nach unseren Erkenntnissen nicht vor", so ein Beamter. Einen Monat, so die Einschätzung der Ermittler, hatte die bereits in Teilen mumifizierte Leiche in der Wohnung gelegen. Die Katzenfütterin wurde eingehend befragt. Eine Erklärung für ihr Verhalten konnte die Frau nicht abgeben.  zv