AntranikianGarabedHarburg - Das am Dienstag bei dem Malheur mit dem freigesetzten Acetonitril etwas grundlegend schief gelaufen, daran haben die Verantwortlichen der Technischen Universität Harburg keinen Zweifel.

"Es gibt einen Alarmplan, an den sich offensichtlich nicht gehalten wurde", so TU-Sprecher Rüdiger Bendlin. Erst mehr als sieben Stunden nach dem Vorfall, als bereits vier Studenten und ein wissenschaftlicher Mitarbeiter im Krankenhaus lagen, hatte die Feuerwehr eher zufällig etwas davon mitbekommen.

Ein Arzt hatte sich beim Umweltdienst der Feuerwehr über das Lösungsmittel erkundigt, mit dem seine fünf Patienten in Kontakt gekommen waren. "Wir werden nun den Vorfall sorgfältig analysieren und unsere Lehren daraus ziehen", sagt TU-Präsident Professor Garabed Antranikian. Mit dabei ist auch die bei solchen Fällen zuständige Wasserschutzpolizei. Dort wird geprüft, ob ein Verstoß gegen die Vorschriften zum Umgang mit gefährlichen Stoffen vorliegt.

Den fünf Verletzten und später zudem sechs eingelieferten Personen, die ebenfalls mit dem Stoff in Kontakt gekommen sein könnten, geht es gut. "Ich bin erleichert, dass es allen Mitarbeitern und Studierenden gut geht und auch die beiden vorsorglich noch auf der Intensivstation behandelten Studentinnen wohlauf und frei von Symptomen sind. Ich danke dem Ärzteteam um Professor Jai-Wun Park für die fürsorgliche und umsichtige Behandlung", so Antranikian, der die TU-Angehörigen im Krankenhaus besuchte.

 

Noch in der Nacht zum Mittwoch hat die Feuerwehr die Versuchshalle wieder für die Benutzung freigegeben. Ein geringer Rest der Substanz war zuvor mit Absorberstoffen gebunden worden und die Halle anschließend kurzzeitig belüftet. zv