110705UnfallstelleWilstorf - So ein dreistes Verhalten haben selbst altgediente Polizisten selten erlebt. Nach einem schweren Unfall am Außenmühlendamm, bei dem der Unfallfahrer einen schwer verletzten Radfahrer (35) einfach mit offenem Beinbruch liegen ließ, hat

der Täter seine Frau offenbar aus dem Bett geholt, damit sie die Schuld auf sich nimmt.

 

Der Unfall ereignete sich Dienstagmorgen gegen 5.30 Uhr. Der Täter, ein 31 Jahre alter Algerier, war mit seinem Chevrolet Matiz auf dem Heimweg. Er rammte den Radfahrer von der Straße. Dann schleuderte sein Wagen von der Fahrbahn. Der Kleinwagen riss noch einen kleinen Laternenmast um. Auch eine sechs Meter hohe Linde wurde von dem Auto "gefällt".

Der Fahrer sprang aus dem Wagen und flüchtete zu Fuß. Ein zufällig vorbeikommender Polizist, der nicht mehr im Dienst war, fand den Verletzten. Er rief einen Rettungswagen, der das Unfallopfer ins Krankenhaus brachte. Mehrere offene Beinfrakturen hatte der Radfahrer erlitten.

Alarmierte Kollegen des Beamten rückten zur Spurensicherung an. Die stießen nahe der Unfallstelle auf eine histerisch weinende Frau. Sie, so lügte sie den Polizisten vor, sei gefahren und habe den Unfall verursacht. "Das war kaum zu glauben", so ein Beamter. "Die Frau war im Nachthemd und hatte Pantoffeln an."

Der Verdacht bestätigte sich. Polizisten stellten den 31-Jährigen im Hinterhof seines Wohnhauses an der nahen Rembrandtstraße. "Er war erheblich alkoholisiert und leicht verletzt", sagt Hauptkommissarin Christiane Leven. "Außerdem wurden in seinen Haaren und seiner Kleidung Glassplitter gefunden, die von den Scheiben seines Fahrzeuges stammen." Dem Mann wurde eine Blutprobe entnommen.

Seinen Führerschein stellten die Beamten ebenso sicher wie den Wagen. zv