110627FBWilhelmsburg - Die Evakuierung für die am Rotenhäuser Damm gefundenen Fliegerbombe hat gegen 12 Uhr begonnen. Vorher war Sprengeister Peter Bodes noch einmal zu der in acht Metern Tiefe unterhalb
des Grundwasserspiegels liegende Bombe getaucht und hatte sich davon überzeugt, dass diesmal eine Bergung der Bombe für die dann folgende eigentliche Entschärfung mögich ist. Der Zeitplan: Von 12 Uhr bis 16 Uhr soll evakuiert werden. Vier Stunden, so die Erfahrung vom Montag, dauert es, bis die Gebäude in einem Umkreis von 500 Metern geräumt sind. Noch vor Entschärfungsbeginn wird die gegend in einem umkreis von 1000 Meter abgeriegelt. Verkehr kann dann nicht mehr stattfinden. Als letzte Straße soll die Wilhelmsburger Reichsstraße etwa 15 Minuten vor Beginn der Entschärfung gesperrt werden

Die Kampfmittelräumer rechenen damit, dass die Entschärfung etwa eine Stunde dauern wird. "Diese Zeiten sind Richtwerte", sagt Hendrik Freese von der Feuerwehr. Es kann zu Verzögerungen kommen.

Die am Montag bei gezielten Sucharbeiten am Rotenhäuser Damm enteckte Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg konnte zunächst nicht entschärft werden. Rund zwei Stunden nach Beginn wurde die Aktion abgebrochen. Es gelang nicht den Blindgänger aus acht Metern Tiefe an die Oberfläche zu holen.

an dem Tag hatten Kampfmittelräumer den Blindgänger bei gezielten Sucharbeiten auf dem Gelände der Baustelle zum zukünftigen Sprach- un Bewegungszentrum am Rotenhäuser Damm entdeckt. Die Bombe liegt in etwa acht Metern Tiefe unterhalb des Grundwasserspiegels. Nur in Tauchmontur kam Entschärfer André Kowalzik (Foto) an die Bombe. Für ihn war es der erste derartige Einsatz beim Kampfmittelräumdienst der Feuerwehr Hamburg. Der ehemalige Minentaucher der Bundeswehr stellte fest, dass es sich bei dem Blindgänger um eine 500 Pfund schwere amerikanische Fliegerbombe mit Aufschlagzünder handelt.

Für die geplante Entschärfung musste die Gegend in einem Umkreis von 500 Metern evakuiert werden. In dem dicht bewohnten Gebiet sind rund 7.000 Menschen gemeldet. Bevor die Entschärfung um 20.20 Uhr begann, wurden auch zahlreiche Straßen im Umkreis von 1.000 Metern gesperrt. Betroffen war auch die Wilhelmsburger Reichsstraße.

Die Aktion selbst lief nicht wie geplant. Die Bombe sollte per Kran an die Oberfläche geholt werden, doch sie steckte fest. Peter Bodes, Leiter des Kampfmittelräumdienstes, der ebenfalls ehemaliger Minentaucher ist, tauchte selbst zur Bombe ab. Mit Wasser sollte der Blindgänger aus dem Schlick freigespült werden. Gegen 22.20 Uhr wurden alle Versuche abgebrochen. "Es rutschte immer wieder Sand nach", so ein Feuerwehrmann.

Zwischenzeitlich wurde der Schacht, der zur Bombe führt, mit weiteren Stahlringen gesichert werden. Die Bombe soll langsam aus dem Schacht gehoben und erst dann entschärft werden. Sollten alle Bergungsversuche scheitern, ist die letzte Option eine Sprengung vor Ort. Das soll jedoch vermieden werden. Schockwellen, die sich durch den Boden ausbreiten, könnten in der Umgebung Schäden verursachen. zv