Harburg - Sturmtief Xavier hat auch für schwere Schäden und mehrere Verletzte in Harburg gesorgt. Orkanartige Böen ließen Bäume brechen. An der Knoopstraße, Ecke Bremer Straße

wurden zwei Frauen verletzt, als von einem Baum ein Teil abgerissen wurde und auf den Gehweg stürzte. Eine Schwangere (25) erlitt leichtere Verletzung. Die 50 Jahre alte Frau erlitt so schwere Kopfverletzungen, dass sie unter Notarztbegleitung ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Am Forstweg in Heimfeld stürzte eine Birke auf ein geparktes Fahrzeug. Dabei wurde eine Frau, die neben dem Wagen stand getroffen und verletzt. Nachbarn kümmerten sich um sie, bis ein Rettungswagen der Feuerwehr eintraf. Wie viele andere Straßen war auch die Heimfelder Straße wegen eines umgekippten Baumes voll gesperrt. Auch dort wurde ein geparktes Fahrzeug getroffen.

Auf der Heimfelder Straße riss der Sturm samt Wurzelballen einen Baum um, der auf einen Fiat stürzte. Foto: André Zand-Vakili

Die Einsatzführung lief teilweise chaotisch, obwohl die Feuerwehr bereits vor dem ersten Einsatz den internen Ausnahmezustand ausgerufen hatte. Damit wurde die Leitzentrale stärker besetzt. „Wir standen an einem umgekippten Baum rund 45 Minuten, ohne konkret zu wissen, ob wir dort eingesetzt werden, oder ob wir zu einem anderen Einsatz müssen“, sagt ein Feuerwehrmann.

Wie hoch die Schäden sind, war am Nachmittag noch nicht absehbar. „Bei uns ist der Wind mit so großer Wucht durch die Unterelbestraße durch, dass mindestens fünf unserer Fahrzeuge von herab fallenden Ästen beschädigt wurden“, sagt ein dortiger Autohändler.

Wer mit der S-Bahn unterwegs war, war ebenfalls betroffen. Die S3 fuhr nur zwischen Altona und Harburg Rathaus. „Wir richten Ersatzverkehre auf den gesperrten Strecken ein. Das kann dauern“, hieß es von der Hochbahn. In Höhe Waltershofer Straße war die Feuerwehr im Einsatz, weil ein Baum auf die Oberleitung gefallen war und Feuer gefangen hatte. Auf den Fernbahnstrecken kam es zu Totalausfällen. Betroffen war auch der Metronom. Mehrere Züge blieben stecken im Landkreis Harburg. Sie mussten evakuiert werden. "Aufgrund der teilweise massiven Sturmschäden wird es auf allen Strecken heute keine Zugfahrten mehr geben", hieß es von dort am Donnerstagnachmittag. Für gestrandete Fahrgäste stellte der die Bahngesellschaft einen beheizten Zug im Bahnhof Harburg zum Übernachten bereits.

Auch am Freitag kam es noch zu Behinderungen. Der S-Bahnverkehr zwischen Neugraben war weiterhin unterbrochen. Es gab einen Busersatzverkehr. Vom Unternehmen Metronom wurde gemeldet: "Kein Zugverkehr möglich, Strecke gesperrt Die Sperrung wird voraussichtlich bis weit in den Tag bestehen bleiben." Auf den Straßen ging es am Freitagmorgen, zumindest um 7 Uhr. Zu dem Zeitpunkt lief der Verkehr. Das meldete die Verkehrsleitzentrale der Polizei Hamburg.

Der abgerissen Ast, von dem an der Knoopstraße zwei Frauen getroffen wurden. Foto: André Zand-Vakili

Wir haben mindestens zehn Verletzte und eine Tote zu beklagen“, sagte am Nachmittag ein Feuerwehrsprecher mit Blick auf ganz Hamburg. Bis zum Abend waren bei der Feuerwehr rmehr als 1200 Einsätze aufgelaufen. Die Polizei war ebenfalls gefordert. "Wir hatten ziwschen 13 Uhr und 16 Uhr rund 1000 Anrufe unter 110 und sind zu 530 Einsätzen ausgerückt", sagt Polizeisprecher Ulf Wundrack. Im Landkreis Harburg sorgte das Sturmtief Xavierfür diverse Einsätze derRettungskräfte. Die Feuerwehr des Landkreises Harburg zählte mehr als 600 Einsatzstellen im gesamten Kreisgebiet. Laut Polizei wurde dort niemand verletzt. Die Sachschäden und Verkehrsbehinderungen waren zum Teil erheblich. zv

Im Bereich Hausbruch beseitigten Arbeiter der Bahn Äste, die die Strecke blockierten. Foto: André Zand-Vakili


Auf dem Schwarzenberg wurde der Baum auf dem Gehweg liegen gelassen. Die Feuerwehr kappte nur die Spitze, die auf die Straße ragte. Foto: André Zand-Vakili