Heimfeld - Razzia in der Seehafenstraße. Am Dienstagmorgen rückte ein Großaufgebot von Behördenmitarbeitern in der Straße im Harburger Hafen an. Das Ziel:

Zwei Gebäude der wenigen noch stehenden Wohnhäuser. Es ging um Überbelegung und Mietwucher. Viel zu viele Menschen waren in den wenigen Wohnungen gemeldet. Es handelt sich vor allem um Rumänen und Bulgaren, EU-Bürger, die versuchen sich mit Gelgenheitsjobs über Wasser zu halten. Sie kommen oft mit der ganzen Familie und haben keinerlei Anspruch auf Sozialleistungen. In den "Bruchbuden" sollen sie regelrecht "abgezockt" worden sein. Zimmer, so Erkenntnisse der Behörden, waren teilweise pro Zimmer vermitet - für jeweils mehrere hundert Euro. Die Miete soll teilweise in bar abkassiert worden sein. Es geht aber auch um zu viel gezahlte staatliche Leistungen und falsche Größenangaben für Wohnungen.

Die Aktion unter Federführung der Sozialbehörde richtet sich gegen den Vermieter. Aber nicht nur die zuständigen Mitarbeiter von der Fachbehörde und dem Bezirksamt waren involviert. Auch der Zoll, Steuerbehörde und die Polizei waren mit dabei. Mehrere der über 60 Bewohner, darunter viele Kinder, wurden in Wohnunterkünfte verlegt. Grund seien auch, so hieß es, die miserablen Zustände in den Wohnungen.

Die Häuserzeile. Es sind die einzigen Wohnungen an der Seehafenstraße. Foto: André Zand-Vakili

Die Wohnhäuser an der Seehafenstraße sind seit vielen Jahren als "Problemhäuser" bekannt. Die Gegend ist "sozialer Brennpunkt". Immer wieder waren Polizei und Behörden in den Häusern gewesen. 2012 kostete der Versuch mit einem offenem Grill in einem Zimmer eine Wohnung zu heizen drei Menschen fast das Leben. Vergangenes Jahr ermittelte die Mordkommission, nachdem an dem Häuserblock ein Mann mit einem Baseballschläger halbtot geprügelt wurde. Mehrfach hatte es in dem Bereich der Häuserzeile Aktionen der Drogenfahndung gegeben. zv