_RO_3927Wilstorf - Es war ein kurzer Aufenthalt in Harburg. Der nach dem EU-Urteil aus der Sicherungsverwahrung entlassene Hans-Peter W. (53) ist regelrecht aus der ihm zugewiesenen Wohnung geflüchtet. Polizisten brachten ihn um

13.30 Uhr im "Schweinsgalopp" zu einem zivilen Fahrzeug. Sie mussten den Mann vor aufgebrachten Nachbarn schützen. Die hatten erfahren, wer bei ihnen in einem dem Bezirk gehörenden Haus einquartiert worden war. Mit Plakaten in der Hand hatten sie lautstark ihrem Unmut geäußert.

Sauer sind auch die Bezirkspolitiker. Sie waren von dem "Neu-Harburger" völlig überrascht worden. Ernst Hornung (CDU) spricht von einer Instinktlosigkeit der zuständigen Hamburger Behörde. "Wir hatten gerade Kerzen vor dem Rathaus stehen, weil hier ein junger Mann von einem psychisch gestörten Täter erstochen wurde und jetzt wird so ein Mensch hier einquartiert", so Hornung._RO_3946

Wo Hans-Peter W. hingebracht wurde ist unbekannt. Die Anwohner sind erleichtert. "Es ist eine Frechheit, dass wir hier nicht informiert wurde. Da bekommt ein Mann hier eine Wohnung, der so gefährlich ist, dass er dauernd von Polizisten bewacht wird. Und wir lassen ahnunglos unsere Kinder auf der Straße spielen", sagt eine Frau. Eine Frau, die in dem selben Haus wohnt, in dem der Mann einquartiert wurde, ist über die Polizei verärgert. "Ich sollte aus dem Hausflur in dem Haus, in dem ich lebe verschwinden, um dem Typen Platz zu machen", sagt sie.

Hans-Peter W. hatte zunächst unbehelligt in Harburg gewohnt. Am Mittwochabend war er noch mit neu schwarz gefärbten Haaren im Phoenixcenter shoppen gewesen. Niemand der Menschen ahnte, das zwischen ihnen ein als nicht therapierbar geltender Triebtäter herum lief. Nur die Polizisten, die ihn dabei auf Schritt und Tritt folgten, wussten Bescheid. zv