100728TaeternestHarburg – Er hat 22 Jahre in Sicherungsverwahrung gesessen und gilt als  nicht therapierbar. Jetzt ist Hans-Peter W. (53) nach dem umstrittenen EU-Urteil, welches eine nachträgliche Sicherungsverwahrung nicht zulässt,

frei. Sein neuer Wohnsitz ist Harburg. Nahe einer ehemaligen Polizeiwache hat die Behörde ihn in einer Wohnung untergebracht. Rund um die Uhr sind jetzt auch Beamte in seiner Nähe. Der Mann gilt als so gefährlich, dass ihn die Polizei nicht eine Sekunde  aus den Augen lassen will.
Der heute 53-Jährige war 1981 wegen Vergewaltigung verurteilt worden. Innerhalb von 45 Minuten hatte er zwei Frauen missbraucht. In einem Fall vergewaltigte er eine Frau vor den Augen ihres Kindes. Nach der Haft wurde der Mann in Sicherheitsverwahrung genommen. Die wird regelmäßig überprüft. Keiner der Experten, die sich mit ihm befassten, wollten den Mann in die Freiheit entlassen. Zehn Mal wurde die Sicherheitsverwahrung verlängert. Dann kam das Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Jetzt ist er ein freier Mann, der sich den Wunsch, nach Hamburg zu kommen, erfüllte. Hier wohnte er zunächst in einem Männerwohnheim in Hamburg. Als dort bekannt wurde, wer er ist, drohte ihm Mitbewohner Schläge an. Der Mann wurde verlegt. Jetzt ist Harburg sein neues Domizil. Wie lange das sein wird, war zunächst nicht klar. zv