Neugraben – Mit Judith Morgner (27) und ihrer gleichaltrigen Kollegin Louisa Reeger hat die Kripo in Hamburgs Süden zwei besonders „taffe“ Mitarbeiterinnen. Die beiden Kriminalistinnen

haben mit ihrer Bachalorarbeit an der Akademie der Polizei nicht nur den „Zukunftspreis Polizeiarbeit“ erstmals nach Hamburg geholt, der alljährlich im Rahmen des Polizeikongresses bundesweit vergeben wird. Die beiden Kommissarinnen, die in Neugraben und Wilhelmsburg arbeiten, haben die Kriminaltechnik ein gutes Stück weiter gebracht.

Es geht um DNA-Spuren. Genauer gesagt um DNA-Spuren, von denen Kriminaltechniker bislang glaubten, dass es sie nicht mehr gibt. Feuer, so war bislang die These, vernichtet ab einer bestimmten Temperatur DNA. Tut es nicht. Das haben die beiden Kommissarinnen nachgewiesen. In ihrer 140 Seiten starken Abschlussarbeit unter dem Titel „Nachweis von DNA-Spuren nach thermischer Einwirkung – Analyse mit Hilfe von Luminol“ haben sie einen Fall aus Bremen abgehandelt. 2013 brachte ein Vater seine beiden Kinder und anschließend sich selbst um. Bevor er sich das Leben nahm, legte er noch in einer Gartenlaube Feuer. Dort war auch eine Spitzhacke den Flammen ausgesetzt. Die beiden Kriminalistinnen entwickelten ein Verfahren, bei dem doch DNA auf der Hacke entschlüsselt werden konnte und so das Werkzeug als die Tatwaffe identifiziert wurde, mit denen zumindest eines der Kinder erschlagen wurde. Das Verfahren dazu hatten die beiden 27-Jährigen in teilweise aufwendigen Brandversuchen an der Feuerwehrakademie in Billbrook und mit Unterstützung der Rechtsmedizin des UKE entwickelt. Ihre Erkenntnisse beeinflussen jetzt die Arbeit der Kriminaltechniker nicht nur in ganz Deutschland und wird Helfen Fälle aufzulösen.

Mit Feuer haben die beiden Kommissarinnen jetzt weniger zu tun. Judith Morgner ist beim LKA 181 in Neugraben, wo allgemeine Kriminalität bearbeitet wird. Ihre Kollegin Louisa Reeger ist beim LKA 183 an der Wache Wilhelmsburg, das bei Gewaltdelikten ermittelt. zv