Waltershof - Kokain im Straßenverkaufswert von rund 145 Millionen Euro haben Zöllner in Waltershof aus dem Verkehr gezogen. Der Fund wurde nach einer Geiselnahme in Holland präsentiert.

Dort hatten Hintermänner einen Speditionsmitarbeiter gekidnappt, weil sie glaubten, dass er etwa vom Verbleib des Kokains weiß. Offenbar glkaubten die Hintermänner, dass sie von Mitwissern bestohlen wurden. Ermittler befürchteten weitere Gewalttaten. Deshalb soll durch die Präsentation den Drogenhändlern klar gemacht werden, dass der Zoll das Rauschgift aus dem Verkehr zog.

Es ist die größte Menge, die vom Zoll jemals in Deutschland sichergestellt worden. Das Rauschgift, das per Seeschiff aus Curacao kam, war in Paketen zwischen einer Ladung Schrott in einem Container versteckt. Das Kokain war selbst war noch einmal in mit Blei ausgekleideten Big Bags gepackt. Vermutlich sollten so Röntgengeräte ausgetrickst werden. Zudem waren die Bleiblöcke mit Benzin getränkt worden. Das sollte Spürhunde in die Irre führen.

Bestimmt war das Rauschgift für die Niederlande. Dort sitzen auch die Hintermänner, die sich als äußerst brutal erwiesen haben. Beim Zoll in Waltershof wurde die Ladung gestoppt. Im Rahmen einer Risikobewertung war der Container in der Röntgenanlage durchleuchtet worden. Die Technik ließ sich durch die Bleiplatten nicht täuschen. Ebensowenig die Spürhunde. Auch sie zeigten das Kokain an.

Nach Einschätzung des Zolls handelt es sich um qualitativ hochwertiges Kokain, das einen Reinheitsgehalt von um die 80 Prozent hat. Für den Straßenverkauf wäre es um die vierfache Menge gestreckt worden. Bis dahin wäre es noch durch die Hände verschiedener Dealerebenen gegangen, bevor die dann 2,9 Tonnen Kokain in Kleinportionen verkauft worden wären. zv