Harburg - Am Mittag gab es vor dem Rathaus am Weihnachtsmarkt noch eine Schweigeminute. Am Nachmittag zogen Polizisten mit Maschinenpistolen auf und

bezogen Posten an einigen Eingängen. Es ist die Reaktion auf den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt mit zwölf Toten und 48 Verletzten. Die Sicherheitsbehörden befürchten weitere Taten - möglicherweise durch Trittbrettfahrer, die durch den Anschlag angestachelt wurden.

Zuvor hatten Innensenator Andy Grote, Polizeipräsident Ralf Martin Meyer und der Chef des Hamburger Verfassungsschutzes, Torsten Voss, das Konzept für Hamburg bekannt gegeben. Danach werden alle Weihnachtsmärkte während der Öffnungszeiten von der Polizei geschützt. Für den Harburger Weihnachtsmarkt bedeutet das, dass in den kommenden Tagen die Polizeipräsenz dort bleibt. Die Beamten kommen von der Wache Harburg. Deshalb müssen die Beamten - zunächst bis Heiligabend - zwölf statt acht Stunden arbeiten.

Die Besucher nahmen es weitgehend gelassen. "Es ist schon irgendwie beängstigend, wenn man die Polizisten mit ihren Maschinenpistolen sieht", sagt Stefanie Maler, die mit ihrem Mann zum Weihnachtsmarkt kam. "Am Glühweinstand hat man das aber schnell vergessen. Ich finde es gut, dass man geschützt wird. Das ist besser, als die Weihnachtsmärkte zu schließen."

Daran, so betonte der Innensenator bereits am Mittag, sei auch nicht gedacht gewesen. „Terroristen dürfen keine Macht darüber erhalten, wie wir hier leben“, so Grote. Der Harburger Weihnachtsmarkt bleibt laut Organisatorin Anne Rehberg auch in den nächsten Tagen ganz normal geöffnet. "Es wäre das falsche Signal, jetzt vorzeitig zu schließen", sagte Anne Rehberg gegenüber harburg-aktuell. zv