100525Bombe3Wilhelmsburg – 43 Minuten hat Sprengmeister Peter Bodes am Dienstagabend gebraucht. Dann war der mit 220 Kilo hoch brisantem Sprengstoff gefüllte Blindgänger an der Rotenhäuser Straße entschärft. Die britische Minenbombe

war am Mittag bei gezielten Sucharbeiten entdeckt worden. Der Fund löste einen Großeinsatz aus, an dem Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen beteiligt waren. Sie mussten das Wohngebiet in einem Radius von 500 Metern um den Fundort räumen. „Es sind dort 1000 Menschen gemeldet“, sagt Feuerwehrsprecher Martin Schneider. Auch zwei Altenheime liegen in dem betroffenen Gebiet. Nachdem im selben Gebiet am 21. Januar schon einmal ein Blindgänger entdeckt wurde, waren die Einsatzkräfte diesmal ein eingespieltes Team. Die Aktion verlief nahezu reibungslos. Diesmal wurde auch nicht das Altenpflegeheim evakuiert, in dem auch infektiöse und Wachkomapatienten betreut werden. "Sie konnten diesmal dort bleiben und mussten lediglich innerhalb der Einrichtung in sichere Bereiche verlegt werden", sagt Schneider. Trotzdem waren Rettungswagen pausenlos im Einsatz, um viele gehbehinderte oder bettlägrige Anwohner in Sicherheit zu bringen. "Wir waren mit 35 Mitarbeitern und 20 Fahrzeugen dort im Einsatz", sagt Tatjana Schütz vom DRK-Harburg. Viele Menschen kamen in der Schule am Kurdamm unter. Auch ein Haus der Jugend wurde für von der Evakuierung betroffene Menschen geöffnet.

Die Entschärfung selbst war nicht ganz einfach. Die Bombe war beim Aufprall stark deformiert worden. Es erforderte Geschick den Aufschlagzünder aus der Bombe zu drehen. Der Detonator musste vor Ort gesprengt werden.
Für die Zeit der Entschärfung musste der S-Bahnverkehr eingestellt und die Wilhelmsburger Reichsstraße gesperrt werden. Dort ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Lastwagen fuhr in das Stauende vor der Sperrung. Zwei Menschen wurden verletzt. Die Feuerwehr musste bei einem Lastwagen Diesel aus einem beschädigten Tank abpumpen.
Es dürfte nicht die letzte Entschärfung in Wilhelmsburg gewesen sein. In den vergangenen Monaten mussten mittlerweile vier Blindgänger entschärft werden. Jeder Einsatz war mit umfangreichen Evakuierungen und Sperrungen verbunden. zv

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