20100517ROEER_HH0777Harburg - Der Angriff mit einem Stuhl auf die Verwaltungsbeamtin Marion G. (46) am 10. November im Ortsamt Mengestraße war Thema der Verhandlung am Montagvormittag im Amtsgericht Harburg. Auf der Anklagebank: Ayse C. (Foto). Die 34-Jährige hatte eigentlich die Kostenübernahme für die Wohnung ihrer kranken Mutter beantragen wollen. Doch die Vollmacht fehlte. Kurz danach musste Marion G., „ich bin Handballtorwartin“, einen auf sie zufliegenden Stuhl abwehren, den die 34-Jährige warf. Dann gingen die Frauen aufeinander los und zogen sich auch an den Haaren. Wie „Raubkatzen“ hätte man miteinander gekämpft, schilderte Ayse C. die Situation. Für die Eskalation hat die Türkin eine ganz eigene Erklärung. Ausdrücke wie „Schmarotzer“ und die Mutmaßung, dass ihre Mutter in der Türkei lebe, will sie aus dem Amtszimmer gehört haben. Das bestreitet die Verwaltungsbeamtin. Sie geht davon aus, dass die 34-Jährige einfach ausflippte, weil sie ihren Willen nicht bekam. Denn vor der Eskalation soll Ayse C. ihr noch gedroht haben, sie werde ihre „türkische Mentalität kennenlernen“.
Das Gericht ist auf einen Vergleich aus. Wenn Ayse C. 500 Euro Schmerzensgeld zahlt, soll das Verfahren eingestellt werden. dl