160610Roma2Eißendorf – Nach der Hinrichtung des 43 Jahre alten Boban k. am Donnerstagmorgen in der Steinikestraße, hat die Polizei in Eißendorf weitere Durchsuchungen

durchgeführt. Dabei wurde eine Waffe gefunden. Beamte der Mordkommission führten am Freitag außerdem einen 20 Jahre alten Mann dem Haftrichter vor. Ihm wird eine Tatbeteiligung vorgeworfen. Der Mann war am Donnerstag im Rahmen der Sofortfahndung an der Bremer Straße gestellt worden. Der Haftbefehl wurde erlassen. Ein Verwandter (27), der mit ihm in einem VW Polo saß, musste mangels konkreten Tatverdachts wieder auf freien Fuß gesetzt werden.

Gegen Mittag hatten Beamte des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) ein an den Friedhof angrenzendes Haus am Beerentalweg gestürmt. Ganz in der Nähe war bereits ein Haus an der Rickelstraße kurz nach den Todesschüssen durchsucht worden.

Am Freitag durchkämmten Bereitschaftspolizisten nach der Erstürmung des Gebäudes systematisch Haus und Grundstück. Die Bewohner des kleinen, runtergekommenen Einfamilienhauses sollen zu der gleichen serbischen Roma-Familie gehören, in der der Todesschütze vermutet wird.

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Beamte durchsuchen am Freitag das Grundstück. Fotos: zv

Auslöser der Tat war nach bisherigen Erkenntnissen Streit wegen einer Zwangsheirat. Zunächst hieß es, dass Opfer Boban K. seine 19 Jahre alte Tochter nicht dafür hergeben wollte. Mittlerweile gibt es eine weitere Variante. Die 19 Jahre alte Tochter hat einen Freund, der aus der Familie kommt, in der der Todesschütze gesucht wird. Dort war demnach befürchtet worden, dass Boban K. das Eheversprechen an einen anderen Mann durchsetzen will.

Die Polizei befürchtet, dass es weitere Auseinandersetzungen unter Angehörigen der Familien geben wird. Ob es sich bei der am Freitag gefundenen Waffe, die in einer Tasche in einem Gebüsch auf dem Grundstück lag, um die Tatwaffe handelt, müssen Untersuchungen der Kriminaltechnik ergeben. zv

Veröffentlicht 10. Juni 2016