160601KifiMarmstorf – Prozessauftakt vor dem Landgericht gegen Kleingartenpräsident und Ex-Vizeschützenkönig Olaf B. (41). Ihm wird mehrfacher Kindesmissbrauch vorgeworfen.

Er soll sich an mehreren jungen vergangen haben. Bei den Marmstorfer Schützen ist man schockiert, aber nicht völlig überrascht. Olaf B. war etwa ein Jahr Mitglied. Vergangenen September wurde er sogar Vizekönig. Etwa vier Wochen danach, so erinnert sich Johannes Tapken, Mitglied im Schützenverein, kam ein anonymer Tipp. Es ging um die Vergangenheit des neuen Würdenträgers. Olaf B. war 1999 zu zwei Jahren und fünf Monaten Haft wegen Kindesmissbrauch, 2003 zu zwei Jahren und neun Monaten Haft wieder wegen Missbrauchs von kleinen Jungen verurteilt worden. „Vier stunden, nachdem wir den Hinweis bekommen haben, haben wir ihm im Schießstand damit konfrontiert“, so Tapken. Olaf B. erklärte sofort seinen Austritt. Seitdem hat er Hausverbot und war nie wieder beim Schützenverein. „Vorher war er nie negativ aufgefallen“, sagt Tapken.

Jetzt soll sich B. an kleinen Jungen vergangenen haben, auf die er aufpasste. Ein Flyer an einem Bus soll ihn auf einen Job als „Ersatzopa“ für zwei Jungen aufmerksam gemacht haben. Er soll nicht nur die beiden Jungen, sondern auch einen ihrer Freunde missbraucht haben. Weil er den Job als „Ersatzopa“ ausübte, lautet der Vorwurf auch auf Missbrauch von Schutzbefohlenen.

Von den neuen Vorwürfen und der U-Haft des 41-Jährigen ahnten die Schützen bislang nichts. „Wir haben davon erst durch den Prozess erfahren“, so Tapken. Olaf B. machte zum Prozessauftakt, zu dem hinter verschlossenen Türen die Videovernehmung der betroffenen Kinder gezeigt wurde, keine Aussage. Er hat über seinen Anwalt aber eine Einlassung angekündigt. Ob dem Mann neben einer Verurteilung auch Sicherungsverwahrung droht, ist noch unklar. zv