100510feuer6Wilstorf - Stell dir vor, es brennt und die Polizei wimmelt dich ab. Dennis Heeger (32) ist es passiert. Der Mann wohnt an der Jägerstraße in einer Dachgeschosswohnung. Montagabend gegen 20 Uhr dringt plötzlich Qualm in seine Zimmer ein.

Die Wohnung unter ihm brennt. In der Aufregung wählt er 110. Den Notruf der Polizei. Doch dort, so seine Schilderung, wimmelt man ihn ab und verweist ihn an die Feuerwehr. "Ich musste auflegen und neu wählen. Bei der Feuerwehr landete ich in einer Warteschleife", sagt der Mann. Dann endlich kommt sein Notruf durch. Zu dem Zeitpunkt ist er bereits in akuter Lebensgefahr. "Durch das Treppenhaus kam ich nicht mehr durch", sagt er. Auch in seiner Wohnung wurde der Qualm immer dicker. Als die Feuerwehr eintrifft, ist er bereits auf das Dach geflüchtet. Von dort wird er gerettet. "Das ging dann sehr schnell", sagt Heeger.
Die Polizei bestätigt die Version des Mannes. Die Gespräche, die über 110 eingehen, werden immer aufgezeichnet. "In dem Fall ist etwas ganz schief gelaufen", sagt Hauptkommissarin Ulrike Sweden. "Wir können uns nur bei dem Mann entschuldigen. Mit unserem Mitarbeiter wird ein eindringliches Gespräch geführt, damit so etwas nicht wieder passiert."
Die Wohnung im zweiten Stock brannte völlig aus. Die Bewohner konnten sich retten. Eine Erwachsene und zwei Kinder kamen ins Krankenhaus. Sie hatten Rauchvergiftungen erlitten. Die Ursache des Feuers stand zunächst nicht fest. Die Jägerstraße war wegen der Löscharbeiten voll gesperrt. zv

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