160216VU1Marmstorf – Es grenzt an ein kleines Wunder. Mehr als eine stunde brauchten Feuerwehrleute, um in der Nacht zum Dienstag auf der A7 einen eingeklemmten Lastwagenfahrer

aus dem Führerhaus seines Fahrzeugs zu schneiden. Am Ende konnte der 55-Jährige aus Magdeburg selbst stehen, nachdem er befreit war. Er kam mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus Harburg. Lebensgefahr besteht nicht. Am abend hieß es: Der Mann hat nur Prellungen und Schürfwunden erlitten. Er bliebe, so hieß es von der Polizei, lediglich zur Beobachtung im Krankenhaus.

Gegen 3 Uhr waren in Höhe der Raststätte Harburg zwei Lastwagen aufeinander aufgefahren. Die Wucht des Zusammenpralls war so groß, dass beim vorderen Fahrzeug der Auflieger nach vorn verschoben wurde. Beim auffahrenden Lastzug bohrte sich das Führerhaus in den Aufbau des anderen Lasters. Dabei wurde es stark eingedrückt.160216VU2
Die Unfallstelle auf der A7 kurz vor Marmstorf.

Als zuerst Einsatzkräfte der FF Fleestest und Maschen eintrafen, war der 55-Jährige schwer eingeklemmt. Über spezielle Rettungsgerüste, durch die die Feuerwehrmänner auf Höhe des Fahrerhauses arbeiten können, wurde der Mann Stück für Stück mit schwerem Gerät aus seiner Lage befreit. Eine Notärztin verabreichte ihm Schmerzmittel. Der Mann war aber während der gesamten Rettung ansprechbar. Dann kletterte er mit Hilfe der Feuerwehrleute selbst aus dem Führerhaus und stand zunächst gut eine halbe Minute auf dem Podest und sprach mit Feuerwehrleuten, bevor er auf eine Trage gelegt und zum Rettungswagen gebracht wurde.

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Die Rettungsarbeiten an der Unfallstelle. Fotos: zv

Auch der Fahrer des anderen Lastzuges kam ins Krankenhaus. Auch er war leicht verletzt worden. Was die Rettungsarbeiten zunächst besonders brisant machte: Der vordere Lastzug hatte Gefahrgut geladen. „Die Einzelgebinde waren aber nicht beschädigt worden“, sagt ein Feuerwehrmann.

Der Unfall selbst ereignete sich auf Hamburger Stadtgebiet. Die Feuerwehr hat aber ein Abkommen, dass dort die Einsatzkräfte aus Niedersachsen zuständig sind, da vor der Anschlussstelle Marmstorf über Fleestedt angefahren werden muss. Hamburgs Feuerwehr war ebenfalls vor Ort.

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Die Unfallstelle im Horster Dreieck. Foto: Polizei

Die Autobahn war wegen der Rettungsarbeiten und der Bergung ab etwa 3 Uhr voll gesperrt. Am Morgen hieß es, dass die Sperrung bis etwa 10 Uhr dauern wird. Der Verkehr staute sich auf mehreren Kilometern. In Fleestedt leitete die Polizei die Fahrzeuge von der Autobahn ab. Viele Autofahrer konnten aber über das Buchholzer Dreieck zur A 261 ausweichen und von dort aus zur A7 fahren. Das ganz große Chaos blieb so aus. Dennoch hatte der stau tragische auswirkungen. Im Bereich Horster Dreieck auf der A7 fuhr gegen 9.30 Uhr ein 61-Jähriger im dortigen Stauende auf einen Lastwagen auf. Der Autofahrer wurde eingeklemmt und musste ebenfalls aus dem Wrack seines Fahrzeugs geschnitten werden. Er kam mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus. Für ihn besteht laut Polizei Lebensgefahr. zv

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Veröffentlicht 16. Februar 2016