151125Bombe1Wilhelmsburg – Die Entschärfung einer 1000 Pfund schweren Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat am Mittwoch große Teile von Wilhelmsburg lahm gelegt. Bereits

am Morgen waren Evakuierungsmaßnahmen für ein gebiet rund um den Fundort an der Straße Rotenhäuser Wettern angelaufen, in dem 4000 Menschen wohnen. Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Unter anderem musste ein kleineres Pflegeheim mit 22 Plätzen geräumt werden. Auch viele ältere Menschen, die in der Gegend leben, mussten mit Krankentransportwagen in Sicherheit gebracht werden. Als Unterkunft für die von der Evakuierung betroffenen Menschen wurde die Sporthalle am Inselpark geöffnet. Viele Betroffene wurden mit einem mit HVV-Bussen eingerichteten Shuttle-Service dorthin gebracht.

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Die entschärfte Bombe wird abtransportiert. Foto: zv

Sprengmeister Peter Bodes und sein Team konnten erst mit rund einer halben Stunde Verspätung mit der eigentlich für 12 Uhr angesetzten Entschärfung beginnen. Die Evakuierung dauerte länger als geplant.

Auch die Arbeiten an der Bombe waren nicht ohne. „Die Bombe war stark deformiert“, sagt Bodes. „Wir mussten den Zünder in Handarbeit ziehen.“ Brisant: Der Zünder ist mit Chemikalien bestückt, die nach so langer Zeit im Boden reagieren und eine Explosion auslösen können. Auch ein Bagger, der zum heben der noch scharfen Bombe aus drei Metern Tiefe eingesetzt werden sollte, klappte zunächst wegen technischer Probleme nicht. Dann mussten die arbeiten noch mehrmals unterbrochen werden, weil plötzlich Menschen im Gefahrenbereich auftauchten. „Sie haben die Evakuierung wohl verschlafen oder hatten sich versteckt“, sagt ein Feuerwehrmann. So war die Bombe erst um 13.45 Uhr unschädlich gemacht.

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Vor allem ältere Menschen sind auf die Hilfe angewisen. Foto: zv

Schon vor dem Beginn der Entschärfung war die Wilhelmsburger Reichsstraße gesperrt worden. Weil viele Autofahrer wegen des Unfalls auf der A1 (der Bericht hier mit einem Klick) bei Harburg und der damit verbundenen Sperrung der Autobahn, die Reichsstraße als Ausweichstrecke nehmen wollten, kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Wilhelmsburg war im Zweiten Weltkrieg stark bombardiert worden. In der Vergangenheit gab es bereits zahlreiche Entschärfungen, so wie 2011 in der Nähe am Rotenhäuser Damm. zv

Veröffentlicht 25. November 2015
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