151006DratelnWilhelmsburg – Bei Auseinandersetzungen in der Zentralen Erstaufnahme an der Dratelnstraße sind am Dienstagabend mehrere Bewohner verletzt worden. Die Polizei

war mit einem Großaufgebot vor Ort, es gab mehrere Festnahmen.

Die Auseinandersetzungen hatten gegen 16.45 Uhr begonnen. Laut Polizei waren Afghanen und Albaner aneinander geraten. Zunächst beruhigte sich die Situation.

Dann kam es gegen 18 Uhr zu einem Gewaltausbruch, bei dem laut Polizei bis zu 60 Personen beteiligt waren. Laut eines Bewohners, der sich als Sprecher der Flüchtlinge ausgab, soll es im Waschraum zu dem Streit gekommen sein, in dessen Verlauf auch Stich- und Schlagwaffen, darunter Eisenstangen eingesetzt wurden.

Einer der Beteiligten soll eine Schusswaffe gezogen haben. Der Mann wurde später festgenommen. Mitarbeiter des Wachdienstes bekamen die Lage nicht unter Kontrolle, versuchten aber Berichterstattung durch Journalisten zu verhindern.

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Polizisten sichern auf dem Gelände der ZEA Dratelnstraße. Foto: zv

Die Polizei zog mehr als 30 Peterwagenbesatzungen aus ganz Hamburg zusammen. Erst das Großaufgebot bekam die Lage unter Kontrolle. Fünf Verletzte mussten behandelt werden. Noch während des Einsatzes brannte ein Zelt auf dem Gelände der Erstaufnahme. Zwei Bewohner erlitten eine Rauchvergiftung.

Während des Einsatzes entdeckten Polizisten zudem eine kleinere Menge Drogen in der Unterkunft. Die Kripo ermittelt wegen verschiedener Delikte. Die Polizei geht dabei auch einem Hinweis nach, nach dem es zu der Auseinandersetzung gekommen war, weil Albaner für die Benutzung der sanitären Einrichtungen eine "Gebühr" verlangt haben sollen. zv

Veröffentlicht 6. Oktober 2015