150627UnterkunftHarburg –  Das war zu erwarten: Riesenaufregung über die Listen über mögliche Standorte für neue Flüchtlingsunterkünfte. Als Erster meldete sich CDU-Vize

Rainer Bliefernicht aus Marmstorf zu Wort. Das mit der sogenannten Raffay-Fläche am Ernst-Bergeest-Weg könne gar nicht stimmen. Er habe gerade mit dem Eigentümer der Fläche gesprochen und demnach solle dort eine Seniorenwohnanlage mit 120 Wohnungen entstehen. Geplanter Baubeginn: 2016.

Inzwischen hat das Bezirksamt bestätigt, dass es schon einen  Bauvorbescheid für eine Seniorenwohnanlage erteilt habe. Allerdings gebe es dagegen noch Einsprüche aus der Nachbarschaft. Ob und wie lange sich das Projekt dadurch verzögert, könne zurzeit nicht gesagt werden.

Detlev Biel, Erster Vorsitzender des Schützenvereins Fischbek, hat sehr besonnen auf die Nachricht reagiert, der Festplatz am Rostweg könnte für ein Flüchtlinscamp genutzt werden: Man dürfe gewachsene Traditionen und diesen „dörflichen Zusammenhalt“ nicht so einfach aufs Spiel setzen. Deshalb müsse eine Lösung gefunden werden, die beide Interessenlagen zufrieden stellt.

Für Biel steht außer Frage, dass Menschen, die in Not sind und vor Terror, Gewalt und Angst um ihr Leben auf der Flucht sind, geholfen werden muss.  „Ich gehöre zu einer Generation, die zum Glück eine solche Situation nie kennen gelernt hat“, sagt Biel. Das sei etwas, worauf „wir in Deutschland“ stolz sein können. Aus diesem Grund hätten wir alle auch die zu helfen.

In einer Woche ermitteln die Fischbeker Schützen ihren 100.Schützenkönig. Biel: „Dieses Fest feiern wir Fischbeker Schützen nicht alleine, wir feiern unser Schützenfest mit Gästen aus Fischbek und dem Umland. Auf diesen Zusammenhalt bin ich, sind wir Fischbeker Schützen stolz.“ Um so etwas zu erhalten, bedürfe es von allen Beteiligten „Fingerspitzengefühl“, schon kleine Veränderungen können alles zum Erliegen bringen. Der Verlust des Festplatzes wäre so eine Veränderung.

Bezirksamtsleiter Thomas Völsch hat gegenüber harburg-aktuell.de die Veröffentlichung der von ihm als „vertraulich“ eingestuften Standortlisten scharf kritisiert. Außerdem hat er noch einmal darauf hingewiesen, dass die Auflistung eines Standorts nicht heiße, dass der Bezirk ihn auch für geeignet halte. Aus Kreisen von Bezirksabgeordneten war zu hören, das Bezirksamt habe sich bei den Listen bewusst eng an das Raster gehalten, den die Senatskommission vorgegeben habe. ag