150625SchlachthofHarburg – Die Zahl der Flüchtlinge steigt rasanter, als die Behörden reagieren können. Deswegen werden auf dem Gelände der Erstaufnahme an der Schlachthofstraße (Foto)

jetzt Zelte aufgebaut, die 160 Menschen Platz bieten sollen. Auf der Suche nach Standorten für Flüchtlingsunterkünfte habt sich die Senatskommission für Stadtentwicklung und  Wohnungsbau jetzt Festplätze, Parkplätze und weitere Möglichkeiten melden lassen. Das Bezirksamt Harburg schickte eine entsprechende Liste über die Elbe. Darin sind auch die Festplätze Lübbersweg, die von den Eißendorfer Schützen und der Festplatz Rostweg, den der Schützenverein Fischbek  nutzt, enthalten.

Neben den Festplätzen sind auch das ehemalige Raffay-Gelände am Ernst-Bergeest-Weg, der Parkplatz der Sitas-Werft, die heute weniger Mitarbeiter als früher hat, oder selbst der Parkplatz beim Verkehrsamt am Großmoordamm gemeldet worden. Bezirksamtsleiter Thomas Völsch hatte die Fraktionsvorsitzenden bei der Vorstellung um Vertraulichkeit gebeten – wohlwissend, dass einzelne Standortvorschläge zu heftigsten Protesten führen werden. „Ich habe die Liste auch gesehen“, sagt CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer. „Sie dokumentiert die völlige Hilflosigkeit der zuständigen Behörden.“ Denn viele der vom Bezirksamtsleiter  gemeldeten Standorte gehören nicht der Stadt. Dazu zählen der Parkplatz vor dem ehemaligen Baumarkt Max Bahr an der Buxtehuder Straße. Das Gelände ist bereits verkauft und ein Bauantrag für eine neue Nutzung gestellt. In Privatbesitz ist auch der ehemalige Obi-Markt am Aschenland, das ehemalige Hauptzollamt an der Buxtehuder Straße oder der 8500 Quadratmeter große Parkplatz des geschlossenen Selgros-Großmarktes an der Schlachthofstraße. Auch der Parkplatz an der Schule Neumoorstück, die Fläche neben der P+R Parkhaus am Striepenweg oder das Telekom-Gebäude an der Buxtehuder Straße stehen auf der Liste.

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Neben der Seehafenbrücke wird eine Unterbringung für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge geprüft. Foto: zv

Konkret sieht es bei den Standorten Ernst-Bergeest-Weg und Sietas aus. Sie sollen eingehend geprüft werden. Eine Unterbringung von Minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen, die als besonders problematisch gelten, ist an der Buxtehuder Straße im ehemaligen Hauptzollamt und am Standort Striepenweg geplant

Abgefragt waren die Flächen ab einer Größe von 2500 Quadratmeter ohne die tatsächliche Möglichkeit einer Nutzung für eine Flüchtlingsunterkunft zu hinterfragen. Entsprechend hat das Bezirksamt die der Behörde bekannten Flächen gemeldet. Aus anderen Bezirken, die genau das getan haben, sollen deutlich kürzere Listen abgeschickt worden sein.

Anbei noch einmal alle in der Liste enthaltenen Flächen:

Selgros-Parkplatz an der Schlachthofstraße, Parkplatz des Verkehrsamts am Großmoordamm, ehemaliges Zollamt Buxtehuder Straße 7, Parkplatz Buxtehuder Straße 62 (ehemals Max Bahr), Telekom-Gelände Buxtehuder Straße 21-27, geräumte Saga-Wohnungen Denickestraße/Thörlweg,Festplatz Lübbersweg, Raffay-Fläche am Ernst-Bergeest-Weg, Fläche neben dem P+R-Haus Striepenweg, Parkplatz der Schule/Kita Großmoorstück, Parkplatz des ehemaligen Obi-Markts Am Aschenland, Festplatz Rostweg, Sietas-Parkplätze südlich des Neuenfelder Fährdeichs und die Stahmer-Fläche nördlich des Neuenfelder Fährdeichs. ag/zv