BeachclubLHarburg – Während sich die Öffentlichkeit noch über einige Antworten zu einer Kleinen Anfrage zum Ausweichquartier des Beachclubs an der Ecke Blohmstraße/Kanalplatz wundert,

sind hinter den Kulissen längst die Weichen für die Zukunft von Harburgs beliebten Freizeittreff gestellt worden. Schon am vergangenen Freitag war offenbar Gastronom Heiko Hornbacher in Begleitung von CDU-Bezirksabgeordneten bei Bezirksamtsleiter Thomas Völsch, um die verzwickte Lage zu entwirren. Fazit: Nun kann das Areal am Treidelweg doch schon vom Beachclub genutzt werden – ohne dass auf die fällige Sanierung der Kaianlagen gewartet werden muss. Die Gefahr, dass ein rund einen Meter breiter Streifen absackt, soll durch Stahl- oder Holzplatten provisorisch gebannt werden.

„Wie das technisch im Detail gelöst wird, muss man jetzt untersuchen“, sagt CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer. Es gebe auch noch eine Menge anderer Fragen – zum Beispiel wie der Zugang zum Beachclub am Treidelweg geregelt wird, wenn die Brücke über den Östlichen Bahnhofskanal erneuert wird. Dann ist der Weg dort dicht. Und CDU-Fraktionsvize Uwe Schneider sagt: „Ob der Beachclub schon in diesem Jahr dort eröffnen kann, wird sich zeigen. Auf jeden Fall wird es eng.“

Oder doch eine weiteres Jahr am alten Standort? Die Beachclub-Utensilien sind fast alle noch da. Hornbacher: „Wir haben sie nur winterfest gemacht.“ Angeblich soll im Kaufvertrag für das Grundstück am Veritaskai ein Passus enthalten sein, der eine sofortige Räumung vorsieht. Eine Bestätigung gibt es dafür nicht. Es ist auch nicht bekannt, wer auf diesen Passus bestanden hat. Die Finanzbehörde oder Projektentwickler Frank Lorenz, der dort gemeinsam mit einem Investor ein Hotel bauen will? Beide Seiten sagen dazu nichts. Bekannt ist nur, dass sich Hornbacher und Lorenz persönlich gut verstehen und in einigen Sachen auch zusammenarbeiten. Würde auf diesen Passus verzichtet, könnte der Beachclub für eine letzte Saison am jetzigen Ort bleiben, um dann im Winter zum provisorisch abgesicherten Standort am Treidelweg umzuziehen.

Für Beachclubs-Fans ist das eine erfreuliche Entwicklung. Dennoch bleibt Unbehagen – und zwar großes: Noch vor zwei Wochen hatte ein hochrangiger Vertreter des Harburger Baudezernats erklärt, einer provisorischen Lösung für den Treidelweg werde er keinesfalls zustimmen. Und auch vorher war immer wieder auf ein Gutachten hingewiesen worden, in dem vor einer zusätzlichen Belastung des Areals am Treidelweg gewarnt werde. Ein Teil der Fläche könne absinken. Nun aber gibt Baudezernent Jörg Penner plötzlich das Okay. Und es ist fraglich, ob es so ein Gutachten überhaupt gibt. Das wirft Fragen auf. Wie zuverlässig sind die Aussagen der  Verwaltung?

Weitere Fragen dürften die anderen Parteien in der Bezirksversammlung haben. So soll SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath von dem Treffen mit Völsch nichts gewusst haben und ziemlich verärgert  gewesen sein. Ein Alleingang der CDU? André Lenthe, Fraktionsvize der Linken, wundert sich, wieso die CDU so etwas verkündet und haut schon ordentlich auf die Pauke: „Das ist ein ungeheuerlicher Vorgang. Die Harburger CDU Fraktion ist nicht das Presseorgan der Harburger Verwaltung. Bei Informationen mit so einem politischen und kulturellen Wirkungsgrad, hat die Verwaltung allen Parteien gleichzeitig ihre Informationen zur Verfügung zu stellen.“

Lenthe kündigt außerdem einen Dringlichkeitsantrag mit der Forderung nach einer Ausschreibung für das Areal am Treidelweg an: „Wir unterstützen die Ansiedlung eines Beachclubs am Treidelweg ausdrücklich und unterstützen das Bemühen der Bezirksverwaltung, auch in der kommenden Saison eine Beachclub-Fläche zur Verfügung zu stellen. Doch müssen wir auf der Hut sein, dass uns die Verwaltung nicht vor vollendete Tatsachen stellt.“ ag