150304SchneiderHarburg –  „Nun muss nur noch Christian Schulz eine Rede in der Bezirksversammlung halten“, sagt CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer. „Dann waren alle

mal dran. Haben wir nicht eine starke Fraktion?“  Seltene Töne von RaDiFi, der uneingeschränkte und gefühlt ewige Alleinherrscher der Harburger CDU gibt sich als Teamplayer. Sendet er schon vorsorglich mal Signale in Richtung Kreisvorstand aus?

Der Kreisvorstand will nämlich demnächst „in aller Ruhe“ die neue Lage analysieren. André Trepoll sollte eigentlich im Mai Chef der Harburger CDU werden, Fischer wollte sich voll auf sein Amt des Fraktionsvorsitzenden und auf seine Rolle als starker Mann der Harburger GroKo konzentrieren. Doch nun ist Trepoll plötzlich Vorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Der Jurist hatte sich als Vorsitzender des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zum gewaltsamen Tod der kleinen Yagmur für höhere Aufgaben empfohlen. Das ist jetzt seine große Chance. Trepoll hat das erkannt und sogar seinen Job beim Industrieverband Hamburg aufgegeben. Eigentlich braucht er den Vorsitz des Harburger CDU-Kreisverbands gar nicht mehr, jedenfalls nicht als Basis für die weitere Karriere.

Rein theoretisch wäre der Kreisvorsitz damit vakant. Andere Kandidaten als Trepoll drängen sich nicht gerade auf. Fraktions- und Kreisvorstandsvize Rainer Bliefernicht hat erkannt, dass er keine Mehrheit zusammenbekommen würde, wenn er noch eine Stufe höher klettern wollte – egal in welches Amt.

Harald Krüger hat nach zwei vergeblichen Bürgerschaftskandidaturen verständlicherweise von der Politik die Schnauze voll, seine junge Amerikanische Schäferhündin „Hazel“ interessiert ihn jetzt spürbar mehr. Offenbar will er auch nicht mehr als Schatzmeister der Harburger CDU kandidieren. Birgit Stöver hat als Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU-Bürgerschaftsfraktion und Mutter von drei Söhnen genug um die Ohren, vermutlich würde die Vorsitzende des Ortsverbands Harburg-Mitte bei einer Kandidatur für den Kreisvorsitz auch keine Mehrheit bekommen.

Keine Frage, Fraktionsvize Uwe Schneider traut sich den Kreisvorsitz zu. Er traut sich eigentlich alles zu. Irgendwann müsste er aber mal beweisen, dass er die Harburger CDU aus der inhaltlichen Schockstarre befreien kann. Rhetorische Kabinettstückchen reichen auf Dauer nicht. Schneider weiß auch, dass er Fischer noch nicht das Wasser reichen kann. Gefragt, wer denn nun neuer CDU-Kreischef wird, antwortet er ohne zu zögern: „Fischer!“ So wird es auch kommen.

Sollte es in den kommenden Tagen in der CDU doch noch zu Personaldiskussionen kommen, kann Fischer sich allerdings nicht beteiligen. Er soll eine Woche möglichst wenig reden, er muss gerade eine längere Zahnbehandlung über sich ergehen lassen. ag

Veröffentlicht 4. März 2015