150204GrueneHarburg – Es hat schon eine gewisse Komik, wenn der Protest gegen die zu viele Autos etwas später beginnt, weil man keinen Parkplatz gefunden hat. So startete die Aktion

des Bürgerschaftskandidaten der Grünen, Peter Schulze (41) und seinen beiden jungen Helfern am Mittwochnachmittag ein paar Minuten später auf dem Herbert-Wehner-Platz. Dabei bediente man sich einer Idee bedient, die der Wiener Professors Hermann Knoflacher bereits 1975 hatte, als er mit einem tragbaren Holzrahmen in der Größe eine Mittelklasse-Autos den Platzbedarf von Fahrzeugen anzuprangern. Das war auch die Intention der Grünen. „Im Durchschnitt fahren 1,2 Personen in einem Auto. Mit der Gehzeug-Aktion wollen wir zeigen, wie viel Lebensraum für diese Form des Verkehrs reserviert wird. Die Harburger Innenstadt mit der Lüneburger Straße ist von stark befahrenen Straßen umzingelt. Sie zeigt: Anderer Verkehr bedeutet auch andere Nutzung von öffentlichem Raum. Wir sollten uns in Zukunft Gedanken machen, wie wir bestimmte Stadtteilzentren autofrei gestalten können”, meint Maximilian Bierbaum von der Grünen Jugend.

GrueneLang

Peter Schulze legte sich für das Fahrrad ins Zeug und erklärte die neuen StadtRadstationen, die Harburg bekommen soll, zu einem wahltaktischen Manöver der SPD, weil sie “auf dem letzten Drücker” angekündigt wurden. So ganz unschuldig sind die Grünen an dem späten StadtRad-Start in Harburg nicht. Sie waren bei dem Projekt federführend und hatten lieber die Hamburger Innenstadt und starke politisch grüne Stadtteile wie Eimsbüttel mit StadtRadstationen ausgestattet. „Das hatte auch für innerparteiliche Kritik gesorgt“, sagt Schulze. Er will das Verkehrskonzept für Hamburg umkrempeln. Schulze: „Ganz grundsätzlich müssen wir den öffentlichen Raum besser zwischen Autos, Fahrräder und Fussgänger aufteilen.“

Die Vorführ-Aktionen sind bei den Grünen nicht neu. Bereits im Bundestagswahlkampf 2013 waren sie vor dem Rathausplatz mit einem klapprigen "Bohrturm" aufmarschiert. zv Veröffentlicht 4. Februar 2014

Artikel: Grüne Prominenz und ein klapperiger Bohrtum auf Harburgs Rathausplatz