141031DuhnenHarburg – Vor Jahresfrist war der Bezirksabgeordnete Torsten Fuß (59) noch Namensgeber für die innerparteiliche Opposition in der SPD. Doch als sich abzeichnete,

dass die „Fuß-Truppen“ nicht den gewünschten Erfolg bei der Neubesetzung einiger Posten haben würden, wurde es ruhiger um Fuß. Er brach mit vielen seiner Mitstreiter – und suchte sich neue Freunde, unter anderem auch beim GroKo-Partner CDU.

Zu tun hat Torsten Fuß auch so genug. Schließlich muss er als Bezirksabgeordneter die monatlich 369 Euro Aufwandsentschädigung und das Sitzungsgeld in Höhe von jeweils 30 Euro ja auch rechtfertigen.

In der jüngsten Sitzung der Bezirksversammlung war er – wie so manch einer seiner Kollegen aus allen Fraktionen – vor allem mit seinem mobilen Kommunikationsgerät beschäftigt. Die Debatte um die Unterbringung von jugendlichen Flüchtlingen schien Fuß weniger zu interessieren. Stattdessen sah er sich  auf seinem iPad intensiv nach einem Feriendomizil (Foto) um. Es ging unter anderem um ein 90-Quadratmeter "Strand-Palais" mit "Top-Seesicht" in Duhnen an der Nordsee. Das Reden überließ er anderen.

Nach der Sitzung wurde Fuß dann wieder „gesprächiger“. Mehrere Augen- und Ohrenzeugen berichten, dass er Fraktionskollegin und Parlamentsneuling Anna-Lena Bahl lautstark zusammengestaucht und ihr dringend geraten hat, aus der Partei auszutreten. Anlass: Bahl hatte in der Abstimmung über die parlamentarischen Rechte der beiden  FDP-Abgeordneten mehr Demokratie gewagt und sich nicht an die Direktive des Fraktionsvorstand gehalten.

Obwohl Fuß als Poltergeist bekannt ist und sich gern mal im Ton vergreift, muss er die junge Kollegin (26) tief beeindruckt haben. Zeugen berichten, dass bei ihr Tränen geflossen sind. Sie sollte sich an die Lautstärke von Fuß gewöhnen, denn die Genossen munkeln, dass sie im Distrikt Harburg-Ost durchaus Begehrlichkeiten auf eine höheres Amt entwickelt. Das hört Dauerdistriktschef Torsten Fuß gar nicht gern. ag